Rheinpfalz „Grillhütte soll bis Jahresende stehen“
«REICHENBACH-STEEGEN.»Der VfB Reichenbach hat sich den Bau einer Grillhütte zum Ziel gesetzt, einheimische und zugewanderte Menschen sollen dabei gemeinsam mitanpacken, Hand in Hand arbeiten. Dafür erhält der Verein eine Förderung von 10.000 Euro vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. RHEINPFALZ-Redakteurin Sabrina Zeiter sprach darüber mit Mark Rheinheimer, dem zweiten Vorsitzenden des VfB.
Wir sind sowieso als Verein sehr in der Integrationsarbeit engagiert und haben über unser Netzwerk von der Fördermaßnahme „500 Land-Initiativen“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft erfahren. Damit soll die bürgerschaftlich getragene Integrationsarbeit in ländlichen Gebieten finanziell unterstützt werden. Wir haben dann überlegt, mit was wir uns bewerben könnten und hatten die Idee, eine Grillanlage mit Überdachung zu bauen. Als jetzt tatsächlich die Zusage kam, waren wir überrascht und haben uns sehr gefreut. Es wurden schließlich insgesamt 800 Anträge eingereicht. Ohne die Förderung wäre es schwierig für uns, eine solche Grillanlage zu realisieren. Zumindest hätten wir keine so großen Gestaltungsmöglichkeiten. Und wieso soll es gerade eine Grillhütte sein? Wir wollten neben dem Sport auch etwas Handwerkliches für die Flüchtlinge anbieten, etwas, das nachher tatsächlich greifbar und zu sehen ist. So sind alle gemeinsam in der Lage, etwas Tolles auf die Beine zu stellen. Die Flüchtlinge können vielleicht noch weitere eigene Fähigkeiten entdecken, mit anderen ins Gespräch kommen, Kontakte knüpfen, eventuell auch mit Vertretern von Firmen. Es soll für sie ein Erfolgserlebnis sein, etwas Positives nach den oftmals schlimmen Erfahrungen auf der Flucht. Wie soll das Ganze nun ablaufen? Bis Ende des Jahres soll die Grillhütte stehen. Wir bauen sie neben unserem Vereinsheim. Nun müssen wir erst einmal planen, werden insbesondere unsere Ehrenamtlichen einbinden, die sich das ganze Jahr über engagiert um die Pflege unserer Sportanlage kümmern. Die Gestaltung wird jetzt Thema sein, und wir müssen Formalitäten klären wie: Brauchen wir dafür einen Bauantrag? Wir würden uns darüber freuen, wenn sich nicht nur viele Vereinsmitglieder, sondern auch viele Leute aus dem Dorf an dem Projekt beteiligen. Inwiefern ist der VfB Reichenbach in der Integrationsarbeit engagiert? In Reichenbach-Steegen sind sehr viele Ehrenamtliche aktiv, die Flüchtlinge unterstützen und dabei helfen wollen, dass diese sich in der neuen Umgebung zurechtfinden. Das läuft schon so, seit die ersten jungen Zuwanderer zu uns gekommen sind. Mit unseren 580 Mitgliedern sind wir der größte Verein im Ort und wollen mit Hilfe des Sports unseren Beitrag leisten. Unsere Lauftreff-Übungsleiterin Petra Andes ist einmal monatlich beim Ländercafé in Reichenbach-Steegen dabei, einem Treffpunkt für Ehrenamtliche und Flüchtlinge. Sie bekommt dort immer wieder Kontakt zu jungen Flüchtlingen, lädt sie in den Lauftreff ein. Das Angebot wird sehr gut angenommen. Die Lauftreff-Mitglieder nehmen die überwiegend jungen Männer zu den Übungsstunden und auf Wettkämpfe mit. Ein Somalier spielt zudem mittlerweile in unserer zweiten Mannschaft Fußball, ist seinen Teamkameraden inzwischen zu einem echten Freund geworden. Mittlerweile zählen wir 20 Flüchtlinge – aus Eritrea, Somalia und Syrien – als Mitglieder in unseren Reihen.