Rheinpfalz Forschen wie die Profis

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Mit raffinierten Projekten haben Schüler des Veldenz Gymnasiums in Lauterecken Anfang März sieben Preise im Wettbewerb Schüler experimentieren, der Juniorensparte von Jugend forscht, abgeräumt. Für den Landeswettbewerb Anfang April hat sich eine der sieben Gruppen des Gymnasiums qualifiziert. In ihren Projekten haben sich die Schüler unter anderem mit der Produktion von veganer Schokolade oder efeubasiertem Waschmittel auseinandergesetzt. Die RHEINPFALZ hat die jungen Forscher auf einem ihrer nachmittäglichen Treffen in der Schule besucht.

Jeden Donnerstag treffen sich einige Schüler der fünften bis siebten Klassen des Veldenz Gymnasiums, um an ganz besonderen Projekten zu arbeiten. Sie entwickeln beispielsweise Waschmittel, das keine chemische, sondern eine pflanzliche Basis hat, oder eine spezielle Knete, mit der Computer-Tastaturen gereinigt werden können. Diese Projekte sind für die Schüler nicht nur eine interessante Freizeitbeschäftigung, sie wollen damit auch bei Schüler experimentieren, einem Wettbewerb, der zu Jugend forscht gehört, absahnen. Das haben sie in diesem Jahr auch mehrfach geschafft, wie der Regionalwettbewerb Anfang April gezeigt hat: Insgesamt sieben Preise gingen an die jungen Gymnasiasten. Eine Gruppe hat vegane Schokolade hergestellt. Die Schwierigkeit hierbei: Sahne, die normalerweise unerlässlich bei der Schokoladenproduktion ist, darf nicht verwendet werden. „Zahlreiche Rezepte hatten die Schüler ausprobiert , bis sie eine Methode fanden, die ihren Ansprüchen an beispielweise Geschmack und Konsistenz gerecht wurde“, sagt Marion Roth Bauer. Die Lehrerin unterrichtet unter anderem Biologie, Chemie und Naturwissenschaften und betreut die jungen Forscher. „Die Schüler sind in dieser Zeit zu ausgemachten Schokoladenkennern avanciert“, sagt Roth-Bauer und lächelt dabei. Einige Zeit habe es gedauert, bis die Schüler das geeignete Basis-Rezept herausgefunden hätten − zur Freude ihrer Mitschüler, denn diese hätten die kakaohaltigen Versuchsstücke kosten und evaluieren dürfen. „Den Bewertungsbogen haben die Schüler ebenfalls selbst erstellt“, betont Roth-Bauer. Ihr Endprodukt hat ihnen den ersten Platz eingebracht und sie damit für den Landeswettbewerb im April in Ludwigshafen qualifiziert. Werden die Schüler danach gefragt, warum sie die Experimentier-Gruppe des Gymnasiums besuchen, antworten sie meist: „Weil die Projekte sehr viel Spaß machen und spannend sind.“ Vielen scheine noch gar nicht bewusst, dass sich einige Vorgehensweisen in ähnlicher Form in ihrem Studium oder Berufsleben wiederholen würden, wie Roth-Bauer erklärt: „Die Kinder lernen hier wissenschaftlich zu arbeiten.“ Bevor sie an bestimmten Experimenten werkeln würden, gehe es darum, ein geeignetes Konzept zu erstellen, das beispielsweise ein Alltagsproblem lösen soll. Diese Entwürfe haben nicht selten einen disruptiven Charakter, wie die von ein paar Mädchen entwickelte Reinigungsknete beweist. „Die Schülerinnen suchten nach einer Möglichkeit, um Tastaturen zu reinigen. Spül- und Desinfektionsmittel sind dafür nicht geeignet, da sie den Kunststoff beschädigen können“, erklärt Roth-Bauer. Die Knete wird so auf die Tastatur gedrückt, das sie auch die Spalten zwischen den einzelnen Tasten ausfüllt. Wird die wachsähnliche Masse abgezogen, hängt ein Großteil des sich auf der Tastatur angesammelten Schmutzes an der Knete. Darin enthaltene Reinigungsmittel sollen nicht sichtbare, unerwünschte Substanzen entfernen. Mit diesem Projekt haben es die Schülerinnen beim Regionalwettbewerb Anfang März auf den zweiten Platz geschafft und wurden für ihre außergewöhnliche Leistung noch mit einem Sonderpreis belohnt. Eine weitere Gruppe hat sich ebenfalls mit Reinigungsmitteln beschäftigt: Die jungen Forscher haben ein Waschmittel auf Efeu-Basis entwickelt, das sogar hartnäckige Rotwein- und Grasflecken entfernen soll. Bauer-Roth erklärt, welche Vorteile die oft Hauswände zierende Pflanze mit sich bringt: „In Efeu sind sehr viele Saponine, seifenähnliche Stoffe, enthalten. Außerdem ist Efeu eine weit verbreitete Pflanze, was das Waschmittel entsprechend erschwinglich machen würde.“ Die Mädchen mit dem Efeu-Waschmittel teilen sich zusammen mit einer Gruppe Jungs, die auf einem Stück Land neben der Schule verschiedene Insekten und Pflanzen angesiedelt haben, den dritten Platz. Ab Mai werden sich die Schüler laut Roth-Bauer in neue Projekte stürzen. Bis dahin lassen sie es noch einige Wochen ruhig angehen. |jrd

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