Rheinpfalz Fischbestände: Angler wollen Welse dezimieren
Lahnstein. Der Wels steht im Mittelpunkt einer Aktion, die morgen in Lahnstein startet: Eine Woche lang wollen Angler gezielt dem größten Süßwasserfisch in Europa nachstellen, wie Thomas Schäfer als Initiator der Aktion „Fang den Wels“ erklärt. So soll der Wels im Unterlauf der Lahn dezimiert werden.
Als Anlass der Aktion nennt Schäfer einen Vorfall mit seinem 75-jährigen Bruder – beim Baden in der Lahn sei dieser an einem Bein von einem Wels „angesaugt“ worden. Ursprünglich kam der Wels in Lahn, Mosel oder Nahe gar nicht vor – erst mit dem 1992 fertig gestellten Rhein-Main-Donau-Kanal erschloss sich der Fisch neue Lebensräume auch in Rheinland-Pfalz. „Die Welsbestände haben sich in den letzten 25 Jahren im Rhein und seinen Nebenflüssen sehr stark entwickelt und bei Berufsfischern für viel Ärger gesorgt“, sagt Horst Koßmann vom Landesfischereiverband Rheinland-Pfalz. Der größte in Rheinland-Pfalz gefischte Wels hatte den Angaben zufolge vor zwei Jahren eine Länge von 2,84 Metern. Die Vermehrung der Welse werde sich im Ökosystem der Flüsse von selbst regeln, ist der Fischereibiologe Koßmann überzeugt. Junge Welse würden von anderen Raubfrischen gefressen und auch von Kormoranen gefischt. Bei vermutlich mehreren tausend Welsen in den Flüssen sei mit der Angel keine gezielte Hege von Fischarten möglich, sagt Koßmann. |lrs