Rheinpfalz Festredner überzeugt: „Freiheit bedroht wie lange nicht mehr“

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„Ich befürchte, dass wir die einzige Generation sein werden, die eine jahrzehntelange Ära des Friedens und der Verständigung in Europa erleben durfte“: Beim Siebenpfeiffer-Gedenkbankett am Sonntag warnte Zweibrückens Oberbürgermeister Kurt Pirmann vor Populismus und Abschottung. Selten war die Veranstaltung mit derart nachdenklichen Worten eingeleitet worden.

In ihren Ansprachen warnten die beiden Gastgeber Kurt Pirmann und Theophil Gallo vor einer europaweiten Krise, die das Erbe der Freiheitshelden von Hambach bedrohe: Pirmann als Hausherr und Gallo als Stiftungsvorsitzender erinnerten vor gut 120 Gästen an das Wirken der saarpfälzischen Vormärz-Demokraten um Siebenpfeiffer und Wirth. Diese hatten auf den Tag vor 185 Jahren, am 29. Januar 1832, während eines Banketts in Bubenhausen den ersten unabhängigen deutschen Journalistenverband aus der Taufe gehoben. Die Presse- und Meinungsfreiheit sei in Zeiten von Trump, Putin, „Pegida“ und AfD bedroht. Ein Foto auf der Titelseite der RHEINPFALZ am SONNTAG, das eine Karikatur des US-Präsidenten zeigt, der der Freiheitsstatue in den Schritt greift, veranlasste Pirmann zum Nachdenken über die New Yorker Freiheitsstatue: „Dieses Denkmal hat zu allen Zeiten die Völker aus aller Welt in den USA willkommen geheißen – im Land von Freiheit, Demokratie und Toleranz.“ Die jüngsten Dekrete des Präsidenten schlössen Muslime und Mexikaner von diesem Willkommen aus. „Wer folgt in dieser Liste als nächster?“, fragte der OB: „Kritische Geister, kritische Politiker, kritische Journalisten?“ Pirmann erinnerte daran, dass am Anfang der Kriege und Krisen des 20. Jahrhunderts stets Feindbilder standen, die man gegenüber anderen Völkern, Meinungen, Religionsgemeinschaften aufgebaut hatte: „Ja, man soll kritisch über alles diskutieren. Aber ausgrenzen, zerstören, diffamieren?“ Heute beschwörten „Pegida“-Kundgebungen das Feindbild einer „Lügenpresse“. „Und AfD-Parteitage laden Journalisten aus“, so der OB. „Warum wohl? Kritisches Hinterfragen ist dort wohl unerwünscht.“ „Nicht Populismus ist das, was wir brauchen“, so Pirmann, „sondern besonnene Politiker mit lösungsorientierten Ansätzen.“ Dass sich durch das Handeln eines Donald Trump „in den USA für eine gewisse Zeit wirtschaftliche Erfolge einstellen“, hält der OB durchaus für möglich. „Dann werden die Populisten schreien: Schaut, so wird’s gemacht. Aber dauerhaft und nachhaltig kann dieser Effekt mit Sicherheit nicht sein.“ Saarpfalz-Landrat und Stiftungsvorsitzender Theophil Gallo warnte vor Lügen, die als „Fake News“ und sogenannte „alternative Fakten“ binnen Sekunden per Facebook und Twitter über den Erdball verbreitet werden. „Hier entstehen ganz unterschiedliche Wahrnehmungswelten. Vielen, die sich in Facebook bewegen, ist gar nicht bewusst, dass sie in einer Blase sitzen, in der nur noch der Standpunkt Gleichgesinnter zu sehen ist. Sie erkennen nicht, dass es da draußen eine große Mehrheit gibt, die die Dinge völlig anders sieht.“ Mit Blick auf eine drohende „Achse Trump – Farage – Le Pen – Petry“ rief Gallo zum Zusammenhalt in der Gesellschaft auf: „Wir müssen um unsere Demokratie kämpfen. Genau deshalb sind wir heute hier in Zweibrücken versammelt.“ |ghm

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