Rheinpfalz Fassungslos. Entschlossen!
Der Anschlag von Paris trifft unsere freien, demokratischen Gesellschaften ins Mark. Doch deren Zusammenhalt wird dem Terror des Islamischen Staates den Garaus machen.
ist uns Pfälzern der nächste Nachbar. Paris, diese so beeindruckende Metropole, die für die Aufklärung und die Bürgerrechte Europas herausragende Bedeutung hat, liegt keine drei Bahnstunden von uns entfernt. Der Terroranschlag dort trifft uns ins Mark. Er macht uns fassungslos. Versetzt man sich gedanklich in die Lage der Angehörigen der vielen ermordeten und verletzten Menschen, dann überkommen einen umso mehr Trauer, Entsetzen und Wut. Für die Freundschaften zwischen Nationen gilt dasselbe wie für zwischenmenschliche Beziehungen. Sie halten, wenn Freud und Leid geteilt werden. Jedes Zeichen der Trauer und des Mitgefühls, das wir jetzt nach Frankreich senden, tröstet dort und hilft. Es stärkt unsere Gemeinschaft. Auch diejenige gegen den Terror. Frankreich kämpft an vorderster Front gegen den Islamischen Staat (IS). Indem es sich an den Luftangriffen auf den IS in Syrien beteiligt, will es dessen Terror und damit die schwerwiegendste Ursache für die Flucht von Hunderttausenden Syrern nach Europa beenden. Vermutlich haben vom IS fanatisierte junge Männer in Paris als Selbstmordattentäter für Frankreichs Angriffe Rache geübt. Sie haben damit die Franzosen und die freie Welt geschockt, aber nicht gelähmt. Im Gegenteil: Die Koalition der Kämpfer gegen den IS wird größer und entschlossener werden. Sie wird dessen mörderischem Tun ein Ende bereiten. Der Weg ist lang. Es wird Rückschläge geben. Die freien Gesellschaften werden aber ihre Werte dem IS nicht opfern und das Ziel erreichen. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit werden ihre Kraft entfalten. Im Internet gibt es seit gestern geradezu eine Hassorgie gegen Flüchtlinge und gegen die Organisatoren der jetzigen Flüchtlingspolitik. Die Hassbürger verraten die Werte, um deren Verteidigung es im Kampf gegen den Terror geht: Menschenwürde und Hilfsbereitschaft. Die Hassbürger erschweren jede konstruktiv-kritische Diskussion der Flüchtlingspolitik in Deutschland und Europa. Der Hass in unserer eigenen freien Gesellschaft beschämt uns. Der Tränen um die vielen Opfer von Paris brauchen wir uns nicht zu schämen.