Rheinpfalz Für gleichwertige Lebensverhältnisse

Perspektiven des ländlichen Raumes stehen im Mittelpunkt einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am Freitag, 18. November, in St. Wendel. Diskutiert werden soll die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse. Als Grundlage dient ein neues Papier von Vertretern kleiner Dörfer und unterschiedlicher Disziplinen.
Gleichwertige Lebensverhältnisse bedeuten nach Angaben der Veranstalter gleichwertige Standards. Dazu gehörten möglichst gleiche Teilhabemöglichkeiten am gesellschaftlichen Leben, aber auch gleiche Zugangschancen zu erstrebenswerten Gütern und Dienstleistungen – unabhängig vom Wohnort. Gerade im ländlich geprägten Raum gebe es aber Siedlungsgebiete, die bereits benachteiligt sind und keine gleichwertigen Lebensverhältnisse mehr bieten können. Verschärfend komme der demografische Wandel hinzu: Eine niedrige Geburtenrate und Abwanderungen führten vielfach zur Schrumpfung von Einwohnerzahlen und einer bedenklichen Altersstruktur – besonders in kleinen Dörfern, verdeutlichen die Veranstalter. Auch der soziale Wandel habe eingesetzt: Vor allem Jüngere und besser Gebildete, darunter viele Frauen, zögen in Ballungszentren. Die Konkurrenz zwischen kleineren und größeren Orten präge somit die Kommunalpolitik. Eine neue Form der Proletarisierung aufgrund des Wohnorts zu verhindern, sei zur aktuellen sozialen Frage geworden. Das Diskussionspapier umfasst Forderungen, Empfehlungen und Aufgaben für die regionale Daseinsvorsorge. Eingeladen sind Armin Lang, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Saar, Ex-Staatssekretär Heinrich Tiemann, der Sprecher des Arbeitskreises „Dorfentwicklung der Deutschen Gesellschaft für Geografie, Karl Martin Born, der saarländische Umweltminister Reinhold Jost sowie der Vorstand der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, Rainer Zeimentz. An der Diskussion nehmen der kommunalpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Saar, Magnus Jung, Freisens Bürgermeister Karl-Josef Scheer, der Ortsvorsteher von Hoof, Gernot Müller, sowie der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz, Hans Jürgen Noss und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Herrstein, Uwe Weber, teil. Die Veranstaltung, die um ab 14.30 Uhr im Kulturhof des Ortsteils Hoof stattfindet, richtet sich an alle kommunalpolitisch Aktiven und Interessierten aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Eine Anmeldung ist bis zum 14. November beim Regionalbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung unter Telefon 06131 960670 oder per E-Mail unter mainz@fes.de notwendig. |suca