Rheinpfalz Eine kleine Eiche mit Nucki
LUDWIGSWINKEL. Gregor Quack ist immer noch fasziniert: „Der hätte ja auch vorbeiwachsen können. Aber er ist genau durchs Loch gewachsen!“ Der frühere Polizist aus Contwig hat am Saarbacher Hammer bei Ludwigswinkel einen ganz jungen Eichenbaum gefunden, an dessen Wurzel ein alter Schnuller hängt. Gregor Quack kennen viele Leute aus der Südwestpfalz noch aus ihrer Schulzeit: Er hat über 30 Jahre lang den Kindern gezeigt, wie man sich im Straßenverkehr richtig verhält.
Der Contwiger war am Saarbacher Hammer, um Freunden dabei zu helfen, ein Grundstück zu säubern. Als er einen der jungen Eichentriebe ausriss, entdeckte er den Nucki, der an der Wurzel hing. Er muss etwa zehn Zentimeter im Boden und unter Laub gelegen haben, und der junge Eichenbaum wuchs genau durch eines der Löcher. Gregor Quack schätzt, dass das Bäumchen zwei Jahre alt ist. Sämling sagt man dazu, denn ein richtiger Baum ist es noch nicht. Der Schnuller dürfte auf jeden Fall um einiges älter sein: Er ist weiß und hat einen großen, runden Ring. So sahen vor über 30 Jahren Schnuller der Firma NUK aus. Heute sind sie oft bunt und sehen etwas anders aus. Das heißt: Der Schnuller, den Gregor Quack gefunden hat, stammt wohl aus der Zeit, als er in der Südwestpfalz mit der Verkehrserziehung anfing. Im April 1978 war das, erinnert sich der Polizist noch genau. Da fing er an, den Kindern beizubringen, wie man richtig über die Straße geht und worauf man beim Radfahren achten muss. 70 Kindergärten, 33 Grundschulen und zehn Hauptschulen hat Gregor Quack betreut. Und es hat sich gelohnt: Nirgendwo in Deutschland haben Kinder bis 14 Jahre so wenige Verkehrsunfälle wie bei uns, erzählt Gregor Quack. Er hat das aus einem Unfallbericht. Darin steht, wie viele Unfälle in Deutschland passiert sind und wo es viele waren und wo wenige. Dass bei uns weniger Leute wohnen als in Großstädten ist dabei auch berücksichtigt. Für Gregor Quack und seine Kollegen war es immer wichtig, dass auch die Eltern mitmachen, erinnert er sich: „Eltern sind Vorbilder.“ Mittlerweile ist Gregor Quack 67 Jahre alt. Vor gut drei Jahren, im Juli 2012, ist er in Rente gegangen. Aber er ist trotzdem auf den neuen Unfallbericht gespannt: Der kommt nur alle fünf Jahre heraus, und der letzte ist vom Jahr 2010. Ob auch in den letzten fünf Jahren so wenig Kinder aus der Südwestpfalz Unfälle hatten, sieht man nächstes Jahr im neuen Bericht. (bfl)