Rheinpfalz Eine Katastrophe, die niemals endet

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Auch in diesem Jahr schickt der Verein „Pfälzische Kinderhilfe – Leben nach Tschernobyl“ wieder einen Hilfskonvoi nach Weißrussland in die Region Gomel. 1060 Pakete mit Kleidung und Lebensmitteln sowie Fahrräder, Möbel und Computer mit einem Gesamtgewicht von knapp 20 Tonnen gehen auf den Weg in Richtung Osten.

Im Zentrallager des Vereins unterstützten den Konvoi-Leiter Wolfgang Spangenberger und den Vorsitzenden der Kinderhilfe, Otto Kindelberger, zahlreiche, ehrenamtliche Helfer. Auch mehrere syrische Flüchtlinge waren gekommen, um beim Beladen des Lastwagens zu helfen. Mehl, Zucker, Nudeln, Reis, Gries und Schokolade – Grundnahrungsmittel sind gefragt. „Den einfachen Menschen in Weißrussland geht es schlecht“, berichtet Kindelberger von Gesprächen. Das Wirtschaftsembargo der EU mache Arme noch ärmer und sorge dafür, dass Arbeitsplätze verloren gingen. Die Hauptzielgruppe des karitativen Vereins sind Kinder. Ihr medizinischer Zustand sei „erschreckend“. In ganz Europa, vor allem in den am meisten betroffenen Gebieten in Weißrussland und der Ukraine, „sterben noch heute Menschen an den Folgeschäden, die durch die Katastrophe 1986 ausgelöst wurden“. Das Ziel des Hilfstransports ist die Stadt Mosyr. Mit rund 120.000 Einwohnern liegt diese im Süden von Weißrussland, keine 70 Kilometer Luftlinie vom Reaktor entfernt. Kontakte zu einer weißrussischen Spedition ermöglichen es, den Transport kostengünstig zu organisieren. Insgesamt belaufen sich die Kosten, einschließlich des in einigen Wochen nachfolgenden Begleitteams auf knapp 8000 Euro. Jede Menge Vorarbeit ist zu leisten, bis die Güter in Mosyr eintreffen. Spangenberger und seine Helfer sortieren, legen Listen an, verpacken, beschriften und fotografieren. Bei Lebensmitteln muss aufs Haltbarkeitsdatum geachtet werden. Kleidungsstücke sind selbstverständlich sauber und nach Größen sortiert, bevor sie in die Kartons mit den Namen der Adressaten verpackt werden. „Die Kinder, die wir im Sommer zur Erholung hier haben, stehen im Mittelpunkt“, macht Kindelberger deutlich. Aber auch bedürftige Familien, Rentner und Arbeitslose könnten auf Nachweis hin Hilfspakete erhalten. Probleme bei der Grenzkontrolle seien heute „kein Thema mehr“, erläutert der Vereinsvorsitzende, Schwierigkeiten mit dem Zoll „eher gering“. Dem Partnerverein in Mosyr steht die Halle eines Ruderclubs als Anlaufstelle für den Hilfstransport zur Verfügung. Von dort werden die Spenden nach Freigabe durch die Behörden verteilt. Ein fünf bis sechs Personen starkes Team des pfälzischen Kinderhilfevereins wird in rund sechs Wochen mit dem Vereinsbus dorthin folgen. Eine der Aufgaben wird es sein, die Ausgabe der Hilfsgüter zu überwachen. Aber auch Kontakte zu Kindergärten, Krankenhäusern oder potenziellen Erholungskindern aufzubauen und bestehende zu pflegen. „Wir wollen uns ein persönliches Bild der Bedürftigkeit vor Ort machen, um den Missbrauch der Spenden zu verhindern“, stellt Kindelberger klar. Jetzt freue man sich wieder über Spenden, die in der Halle in der Sembacher Straße gelagert werden. Weiterhin wirbt Colette Spangenberger um Gasteltern, die die Sommererholung der weißrussischen Kinder ermöglichen. Info Kontakt: Colette Spangenberger, Telefon 06303 2665. www.pfaelzische-kinderhilfe.de |gby

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