Rheinpfalz Dorfschulen rüsten auf

Die geplante Wendeltreppe soll in der Grundschule Rieschweiler-Mühlbach den zweiten Stock mit dem Ganztagsbereich verbinden.
Die geplante Wendeltreppe soll in der Grundschule Rieschweiler-Mühlbach den zweiten Stock mit dem Ganztagsbereich verbinden.

In der Decke, die die zweite Etage der Grundschule Rieschweiler-Mühlbach vom Dachgeschoss trennt, klafft ein großes kreisrundes Loch. Noch. Ab der ersten Maiwoche soll hier eine Wendeltreppe eingebaut werden. Im Dachgeschoss selbst laufen ebenfalls Umbauarbeiten. Einige Räume werden künftig für den Ganztagsschulbetrieb und das Betreuungsangebot an der Grundschule genutzt.

„Der Bedarf in puncto Ganztagsschule und -betreuung ist groß“, berichtet Schulleiterin Andrea Wiche. Folglich ist auch der Raumbedarf groß. Verbandsgemeinderatsmitglieder sowie Mitglieder des Bau- und Schulträgerausschusses der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben informieren sich bei einer Rundfahrt über laufende Bauarbeiten und mögliche kommende Investitionen. Was vielen negativ auffällt: „Die FWG-Fraktion hat diese Schulbesichtigungen beantragt, explizit eine Rundfahrt. Aber kein FWG-Vertreter ist dabei“, kritisiert Verbandsbürgermeister Thomas Peifer (CDU). Nur am frühen Morgen, an der ersten Station, der Grundschule in Thaleischweiler-Fröschen, war ein FWG-Vertreter vor Ort. „Das ist natürlich ein großer Gegensatz, dieses Schulgebäude zur neuen Schule in Thaleischweiler-Fröschen“, bringt Schulleiterin Wiche lachend wieder den Fokus auf die Grundschule Rieschweiler-Mühlbach. „Eine richtige Dorfschule“, merkt Werner Scheerer an, der bei der Verbandsgemeindeverwaltung für die Schulen zuständig ist. Die Ursprünge des Schulgebäudes lägen im Jahr 1926, erläutert Rieschweiler-Mühlbachs Bürgermeister Heino Schuck. Auch wenn das Gebäude älter ist als manch anderes in der Verbandsgemeinde − für die 82 Kinder in den sechs Klassen soll es die gleichen Lern- und Betreuungsangebote wie an Schulen geben. Derzeit gibt es zwei erste und zwei dritte Klassen sowie eine zweite und vierte Klasse. Nach den Sommerferien steigt die Klassenzahl auf sieben, weil wieder zwei erste Klassen vorgesehen sind. Daher investiert die Verbandsgemeinde in die Schule, aktuell in den Ausbau eines Teils des Dachgeschosses. Sie will ein optimales Betreuungsangebot für die Schüler schaffen, die aus Rieschweiler-Mühlbach und Nünschweiler kommen. Die geplante Wendeltreppe erfülle zwei Funktionen, erläutert Thomas Schatton von der Bauabteilung der Verbandsgemeinde: Sie schaffe im Gebäude neben der Haupttreppe im Flur einen zweiten Weg ins Dachgeschoss. Ein kurzer Weg zum Betreuungsangebot sozusagen. „Und es ist zugleich unser zweiter Rettungsweg. Damit ersparen wir uns eine richtig teure Außentreppe“, erklärt Schatton. Im hinteren Bereich ist noch ein richtiger Dachboden vorhanden, der als Lagerraum dient. Die Mitglieder der verschiedenen Gremien schauen sich die voraussichtlich nächste größere Investition an der Schule an: Das Dach muss erneuert werden. „Wir haben bereits Zuschüsse aus dem Kommunalen Investitionsprogramm 3.0 dafür beantragt“, sagt Peifer. Bis spätestens 2019/20 soll die Schule mit Laptops ausgestattet werden, denn sie wird eine sogenannte Medienkompetenzschule. Die Grundschule in Maßweiler ist bereits eine, als erste in der Verbandsgemeinde. Alle anderen sollen folgen. Schulleiterin Carmen Arnold zeigt in Maßweiler den Medienkoffer, in dem die Laptops geladen werden. Der Einsatz der Computer im Unterricht „funktioniert richtig gut“, berichtet sie. In Rieschweiler-Mühlbach gibt es musische Schwerpunkte, an der Grundschule in Maßweiler spielt Technik eine große Rolle. Durch eine Spende der Stiftung Pfalzmetall war es der Schule möglich, von Lego-Technik viel Experimentiermaterial zu bekommen. Noch ist das im Technikraum im Regal hinter den Laptops in Kisten verstaut. „Das bringt nichts, wir müssen die Sachen so unterbringen können, dass die Kinder beispielsweise einfach ein Reagenzglas aus dem Regal holen können“, sagt Arnold. An der Grundschule Maßweiler hat sich in den vergangenen Jahren viel getan, auch mit Hilfe des Fördervereins. Beispielsweise am Außengelände. In der Nähe der Schule befinden sich auch das Feuerwehrhaus und der Kindergarten. Bei Arbeiten in diesem Umfeld laufe die Zusammenarbeit zwischen Orts- und Verbandsgemeinde sehr gut, berichtet Maßweilers Bürgermeister Herbert Semmet (CDU). Die Zusammenarbeit könnte, so eine Idee, noch verzahnter werden. Die Heizung der Schule, die 56 Kinder aus Maßweiler und Reifenberg besuchen, ist in die Jahre gekommen. „Wir müssen prüfen, ob es nicht sinnvoll wäre, über ein Blockheizkraftwerk künftig Schule, Kindergarten, Feuerwehrgebäude gemeinsam zu heizen“, sagt Verbandsbürgermeister Peifer. Auch hier könnte das kommunale Investitionsprogramm Zuschüsse ermöglichen. Seit Jahresbeginn hat die Grundschule in Maßweiler dank einer Stahl-Außentreppe einen zweiten Rettungsweg. Wobei noch Restarbeiten ausstehen, vor allem am Übergang von Treppe und Gebäude. Wer die Treppe hinuntergeht, schaut auf die angrenzende Schulturnhalle. Am Eingang ist etwas zu tun, stellen die Rats- und Ausschussmitglieder bei ihrem Rundgang fest. Die Wand aus Glasbausteinen ist nicht nur in die Jahre gekommen, einzelne Glasbausteine sind kaputt. Das kann so nicht bleiben, sind sich alle einig. Eventuell lassen sich die Arbeiten erledigen, wenn am benachbarten Feuerwehrhaus die notwendige Sanierung beginnt.

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