Rheinpfalz Der Werbestar
Einer der schönsten Vögel und Vogel der Jahre 1973 und 2009 ist der Eisvogel. Sein vorwiegend blaues Gefieder und seine Jagdmethode begeistern. Bei der Jagd taucht er aus vollem Flug unter die Wasseroberfläche und versucht, kleine Fische zu fangen.
Der Eisvogel besiedelt weite Teile Europas, Asiens sowie das westliche Nordafrika und lebt an mäßig schnell fließenden oder stehenden Gewässern mit kleinen Fischen. „Seine Nahrung setzt sich aus Fischen, Wasserinsekten, Kleinkrebsen und den Larven von Amphibien (beispielsweise Fröschen) zusammen“ - er könne Fische bis neun Zentimeter Länge in einem Stück verschlucken, erklärt Peter Schmidt. Die Jagdmethode des Eisvogels ist das Stoßtauchen. Das heißt, der Eisvogel sucht sich einen Platz, eine sogenannte Sitzwarte, nahe am Wasser und beobachtet. Sieht er einen Fisch oder Insekten stürzt er ins Wasser herab – dabei taucht er unter die Wasseroberfläche. Der Bestand an Eisvögeln in Europa ist gering. Trotzdem gilt er den Vogelexperten zufolge im gesamten Verbreitungsgebiet als wenig bedroht – in Rheinland-Pfalz stehe er auf der Liste der stark gefährdeten Vogelarten, ergänzt Schmidt. Der Eisvogel war 1973 und 2009 Vogel des Jahres in Deutschland. „Ausschlaggebend hierfür waren sein Lebensraum und dessen Gefährdung, wie die Verschmutzung, der Ausbau der Gewässer (1973) und zudem die verstärkte Freizeitnutzung durch Angler und Kanufahrer, auf den der Nabu damit hinweisen wollte“, erläutert Schmidt. Der Eisvogel hat einen kurzen und gedrungenen Körper mit kurzen Beinen, kurzen Schwanzfedern und breiten Flügeln. Der große Kopf mit dem etwa vier Zentimetern langen, spitzen Schnabel sitzt an einem kurzen Hals. Die Oberseite wirkt je nach Licht in verschiedenen Blautöne. Auf dem Rücken befindet sich ein leuchtend blauer Streifen, der besonders beim Abflug auffällt. Eisvögel haben eine Körperlänge von etwa 16 bis 18 Zentimeter und wiegen 35 bis 40 Gramm. Die Flügelspannweite beträgt etwa 25 Zentimeter. Der obere Teil des Kopfes, Flügel, Schultern und Schwanzfedern sind dunkel blaugrün gefärbt. Außerdem hat er einen Streifen am Rücken, der türkisblau gefärbt ist. Bis auf die weiße Kehle ist die Unterseite beim erwachsenen Eisvogel rot bis kastanienbraun gefärbt. „Diese Farbenpracht verhilft dem Eisvogel immer wieder zu Werbefernsehauftritten, wenn auf die besondere Reinheit des Wassers hingewiesen werden soll“, erläutert Experte Schmidt. Der kurze, scharfe Ruf des Eisvogels klingt wie „tiht“ oder „ti-it“, das bei Aufregung zu „tih-tih“ oder „tit-tit-tit“ abgewandelt wird – der geübte Vogelbeobachter erkenne hieran die Anwesenheit des Vogels, erläutert Schmidt. Bei Erregung können die Rufe auch fast stimmlos „krrikrrtkrrt“ klingen. Zur Paarungszeit sind Eisvögel besonders ruffreudig und wandeln ihre Rufe geringfügig ab. Das klingt wie „tiet-tiet“, „tit-tieh“, „tjii-tit-tit“ oder ähnlich. „Eisvögel bauen meist bis zu 1,20 Meter lange Brutröhren in die steilen Prallhänge an Bächen – auch am Glan. Diese verlaufen meist senkrecht zum Bachlauf. Wenn man weiß, dass der Eisvogel brütet, sollte der Bereich von zirka 20 Metern bachauf- und -abwärts gemieden werden“, erklärt Schmidt. Hungrige Junge betteln schon am Höhleneingang mit einem durchdringenden, lang andauernden „rrüerrüerrüe“. Ein Altvogel mit Futter meldet sich am Höhleneingang manchmal mit einem rauen „kreh“. Eisvögel rufen einander mit „tieht“ und „tschik“, das sei bei drohenden Gefahren für die Jungen sehr wichtig, meint der Experte. Nach der Brutzeit sind Eisvögel Einzelgänger, die ihr Revier behaupten. Diese werden ein ganzes Eisvogelleben lang beibehalten. Nur in eisigen Wintern, wenn die kleineren Bäche zufrieren weichen die blauen Jäger an wärmere Gewässer aus und kehren schon beim ersten Tauwetter zurück. Seinen Namen verdanke er genau diesem Umstand. „Früher meinte man der Eisvogel tauche im zugefrorenen Bach unter und überdauere dort den Winter, um im Frühjahr wieder aus dem Eis aufzutauchen.“ (rma)