Rheinpfalz Dank Faible für Zahlen viel erlebt

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REICHENBACH-STEEGEN. Die Mathematik liegt Nils Wagner besonders. Da ist es kein Wunder, dass der Schüler des Reichswald-Gymnasiums in Ramstein-Miesenbach dieses Fach als Leistungskurs belegt hat. Dazu hat er noch Physik und Erdkunde gewählt. Im Dezember hat der 18-Jährige aus Reichenbach-Steegen wieder einen Preis mit nach Hause genommen und feilt bereits an den nächsten.

Im Dezember 2015 fiel der Startschuss für den Bundeswettbewerb Mathematik, an dem sich knapp 1500 junge Leute beteiligten. Wagner errang mit neun anderen Schülern aus Rheinland-Pfalz im Sommer 2016 einen ersten Preis. Damit gehörte er zu den 606 Preisträgern der ersten Runde, die sich für die Teilnahme am zweiten Durchgang qualifiziert hatten. Zusammen mit sieben anderen rheinland-pfälzischen Schülern wurde er im Rahmen einer Festveranstaltung für seinen dritten Preis in Stuttgart geehrt. Dass gerade an diesem Tag eine Kursarbeit in seinem Lieblingsfach geschrieben wurde, fuchste ihn schon etwas, aber er durfte sie nachholen. „Die Lehrer sind sehr kulant“, erzählt Nils Wagner. Mit seinem dritten Preis ist er zufrieden. „Es ist schwer, dann noch mal weiterzukommen. Das ist echt hart. Ich bin froh, so weit gekommen zu sein“, ordnet Wagner seine Leistung ein. Mit nach Hause genommen hat er einen Geldbetrag und eine Urkunde, die schon längst mit all den anderen in einem Ordner abgeheftet im Schrank liegt. Doch nicht nur die Wettbewerbe an sich, auch die damit verbundenen Erlebnisse gefallen ihm. In diesem Fall war es die Anreise nach Stuttgart mit seinen Eltern, die Ehrung und ein Rundgang durch die Börse. Nicht zum ersten Mal hat ihm die Teilnahme an einem Mathe-Wettbewerb neue Erfahrungen beschert. „Ich bin schon viel rumgekommen“, sagt der Oberstufenschüler. Städte wie Hamburg, Jena oder Greifswald hat er auf diese Weise kennengelernt, denn im Programm waren auch Führungen oder Freizeitangebote inbegriffen. Campusluft hat er ebenfalls schon geschnuppert. So hat er beim Landeswettbewerb Mathematik für die siebte und achte Klasse die dritte Runde geschafft und durfte einige Tage an der Landauer Universität bei einem Programm mit Vorlesungen verbringen. Das Schülerpraktikum in der zwölften Klasse hat er an der Technischen Universität München im Fachbereich Physik absolviert. Etliche Wettbewerbe hat er seit der siebten Klasse mitgemacht. „Ich bin da irgendwie so reingerutscht“, meint der Zwölftklässler, der schon in der Grundschule zu den besten des Fachs gehörte, ohne jeden Anflug von Angeberei. Dank seiner besonderen Begabung konnte er als einer von 100 Nachwuchsmathematikern in der Mittelstufe an dem bundesweiten Förderprogramm „Jugend trainiert Mathematik“ teilnehmen, das ihn für weiterführende Wettbewerbe fit machen sollte. „Nils ist ein herausragender Schüler“, hält auch seine Mathematiklehrerin Petra von Eyß fest. Sie sieht seine Fähigkeiten als Bereicherung für den Unterricht. „Er bringt sich mit alternativen Ideen und Lösungen ein, und es kommt zu lebhaften Diskussionen. Außerdem kann er andere Schüler unterstützen und ist nicht abgehoben.“ Seine berufliche Zukunft sieht der junge Mann auf naturwissenschaftlichem Gebiet. „Ich will Physik und/ oder Mathe studieren und etwas in der Forschung machen.“ Vorstellbar für ihn wäre dies in der bayerischen Hauptstadt. Für Hobbys bleibt da wenig bis gar kein Raum. „Mathebriefe beantworten“, nennt er seine liebste Freizeitbeschäftigung, denn sollte einmal Langeweile aufkommen, greift er nach einer Aufgabe. Das Jonglieren mit Zahlen könnten ihm seine Eltern Joachim und Anke in die Wiege gelegt haben, denn beide haben beruflich damit zu tun. Natürlich unterstützen sie ihn und sind mächtig stolz auf ihren Filius, der sich gerade für die dritte Runde der Mathe-Olympiade qualifiziert hat. Daneben macht er wieder beim Bundeswettbewerb Mathematik mit und hat sich erst kürzlich dazu entschieden, an dem Wettbewerb „Jugend forscht“ im Fach Physik teilzunehmen.

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