Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Dahn: Partnerschaft mit französischen Nachbarn besiegelt Zusammenarbeit

Radwege des Dahner Felsenlandes werden jetzt mit jenen der französischen Nachbarn verbunden.
Radwege des Dahner Felsenlandes werden jetzt mit jenen der französischen Nachbarn verbunden. Foto: TREUSCH

2020 könnten die ersten Radler ein grenzenloses Ausflugsvergnügen genießen: Die Planung für den Lückenschluss zwischen deutschen und französischen Radwegen steht. Die Wege verbinden die Verbandsgemeinde Dahner Felsenland mit der Gebietskörperschaft Sauer-Pechelbronn. Beide Verbandsgemeinden werden ihre Zusammenarbeit nun auch mit einer offiziellen Partnerschaft besiegeln.

Es sei eine „gute Sache“, wenn man jetzt sowohl für das touristische Angebot als auch für die eigenen Bürger diese Verbindungen herstelle, bewertete Verbandsbürgermeister Michael Zwick am Donnerstagabend im Verbandsgemeinderat den Lückenschluss der Radwege, um den man sich hüben wie drüben schon seit vielen Jahren bemühe. Realisiert wurde bisher die Anbindung Nothweiler-Wingen. Jetzt werden auch Verbindungen zwischen Hirschthal und Lembacher Weiher (nach Lembach steht schon), zwischen Schönau und Wengelsbach sowie zwischen Petersbächel-Ludwigswinkel und Obersteinbach durch das ehemalige Depot hergestellt. Dass beide Seiten so lange darauf warten mussten, erklärte der anwesende Lembacher Bürgermeister Charly Schlosser: Eine Fördermöglichkeit habe sich nach langer Pause erst vor wenigen Jahren wieder aufgetan. In dieser Zeit habe sich bei den Radwegen aber nicht nur im Dahner Land, sondern auch in Frankreich viel getan: Sie hätten über drei Millionen Euro investiert, so Schlosser – jetzt fehlten nur noch die Verbindungen.

Angebote entlang der Radwege

Dafür haben Planer des beauftragten französischen Büros die im März beschlossene Grobplanung weiter entwickelt und stellten ihre Ergebnisse nun dem Rat vor. Wesentliche Elemente kehren auf allen drei Verbindungen wieder: kleine Technik- und E-Ladestationen, Fahrradständer, Ruhe- und Picknickgelegenheiten, Spielangebote für Kinder. Dabei überwiegt Holz bei der Möblierung, erläuterten die Planer. Außerdem werde darauf geachtet, dass sich die Angebote in die natürliche Umgebung der Orte einfüge, etwa eine Rastmöglichkeit an einem bestehenden Spielplatz entstehe. Darüber hinaus soll an den Grenzübergängen das Thema Begegnung umgesetzt werden, beispielsweise mit einer „grenzüberschreitenden“ Slackline und einer Wippe. In Hirschthal, wo der Übergang an enger Stelle verläuft, seien sie an den Bach ausgewichen: Dort sollen ein Picknick-Platz sowie zum Wasser führende Sitztreppen entstehen. Etwas kritisch bewertete dies Ralf Weber (FWG): Die Barrierefreiheit sollte berücksichtigt werden, sagte er. Zumindest die erste Stufe solle erreichbar werden, sicherten die Planer zu.

Die Verbindungen werden auf deutscher Seite teilweise mit einer Asphaltdecke ausgebaut, erläuterte Klaus Burkhart von der VG-Verwaltung. Wo es aus Naturschutzgründen nicht möglich sei – etwa bei Ludwigswinkel – müsse Splitbelag aufgetragen werden. Außerdem werden auf Wunsch des Forstes Barrieren eingebaut – damit kein kleiner Grenzverkehr entsteht.

Der Rat segnete die Pläne einstimmig ab; das französische Gremium stimmte bereits zu. Die Kosten für das Dahner Felsenland dürften bei maximal 190.000 Euro liegen, so Zwick.

Ja zur Partnerschaft

Ein einstimmiges Ja gab es dann auch für eine offizielle Partnerschaft mit Sauer-Pechelbronn – nachdem es bereits seit 26 Jahren den deutsch-französischen Bürgermeister-Stammtisch gibt und eine gute Zusammenarbeit, wie Zwick betonte. Deshalb sollten nicht nur die Verbandsbürgermeister unterzeichnen, sondern alle Ortsbürgermeister. Auch darüber hat das französische Gremium schon abgestimmt, wie Schlosser berichtete – und dabei seien selbst Kollegen aus dem Süden begeistert gewesen. Der Vertrag soll am 29. November an zwei Orten unterschrieben werden.

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