Rheinpfalz BRIEF an die LOKALREDAKTION:

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Die uneingeschränkte Euphorie und regelrechte Freude zur „Willkommenskultur“ bei der beabsichtigten Wiederansiedlung von Wölfen, hier, in einem der dicht besiedelsten und von ungezählten Straßenzügen und -plätzen durchzogenen Gebiet Europas, kann ich so uneingeschränkt nicht teilen. Insbesondere die Gegenüberstellung mit Wildschweinen (nicht „Wildsau“) lässt nicht nur die einseitig negative Einstellung des Erklärers gegenüber anderen Wildtieren, sondern auch einen nicht zu akzeptierenden Vergleich wie zwischen Äpfeln und Birnen erkennen. Denn alle, durch jagdliche Erfahrung gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass Wildschweine in allen Gefahrenlagen frühzeitig und zuallererst Fluchttiere sind, die – übrigens wie andere verteidigungsfähige Tiere auch – gegen einen Angreifer erst und nur in ausweglosen Notlagen und Situationen zu einem Angriff übergehen, so zum Beispiel bei der Verteidigung ihrer Jungtiere, in angeschossenem und verletztem Zustand oder wenn sie von Hunden in die Enge getrieben wurden. Dagegen scheint man bei aller mittlerweile aufgekommener Begeisterung und einer regelrechten Lobeshymne über die Erwartung von etwas „Neuem und Interessantem“ ganz zu vergessen, dass es sich bei dem Wolf (eingeschränkt auch bei dem Hund) von Natur aus um einen wohl nicht immer berechenbaren Beutegreifer handelt, dessen, wie die in dem Artikel beschriebene Harmlosigkeit, in weiten Teilen der Welt zumindest in Frage gestellt ist, da dort entsprechende Wolfsattacken, auch auf Menschen, hinreichend bekannt wurden (siehe Internet). Und wenn ein Wolfsrudel, denn dazu wird es ja wohl irgendwann kommen, bei tagelangem und kniehohem Schneefall zum Beispiel im hinteren Schwarzbachtal hungernd herum streift, dann möchte ich nicht gerade der Wanderer sein, der in dortiger Nähe vorbeikommt, denn einem Raubtier, das in der Lage ist, ausgewachsene Büffel zu erlegen, ist –nicht wie bei gut und satt gefütterten Gehege-Wölfen, die dazu noch durch Streicheleinheiten von Menschenhand verwöhnt sind –, wohl kein allzu großes Vertrauen zu schenken. Letztlich wird es wohl auch seine Begründung gehabt haben, wenn frühere Generationen hierzulande, bedingt durch sich verändernden Lebens- und Gebietsräume, eine Ausrottung von Wolf und Bär bewirkten. Und ob heute dazu wieder günstigere Umstände und Aussichten bestehen, sei dahingestellt.

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