Rheinpfalz Bambini-Wehr soll helfen

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Die Nachwuchsgewinnung der Feuerwehren im Landkreis war eines der zentrealen Themen der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrbandes Südwestpfalz am Freitag im Dorfgemeinschaftshaus Höhfröschen. Sowohl Vorsitzender Werner Oster (Geiselberg) als auch die stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin Carmen Schefsky (Heltersberg) regten eine Bambini-Feuerwehr an.

In seinem Grußwort stellte Landrat Hans Jörg Duppré fest, dass den Feuerwehren als Teil der Gesellschaft Umstrukturierungen bevorstünden. Dem Ehrenamt – gerade im ländlichen Raum – komme größte Bedeutung zu. „Wir müssen über ganz neue Arten der Kooperation nachdenken“, forderte Duppré. Dies setze den Kooperationswillen der Führungskräfte der einzelnen Wehren voraus. Kreisfeuerwehrinspekteur Stiven Schütz informierte, dass seine beiden Stellvertreter, Bernd Hunsicker und Holger Keller, ihre Ämter niedergelegt haben (wir berichteten). Nachfolger Hunsickers ist Andreas Glahn aus Contwig. Ein Nachfolger für Keller sei noch nicht gefunden. Schütz berichtete zudem, dass im Vorjahr der Gerätewagen Atem- und Strahlenschutz durch ein Mehrzweckfahrzeug Gefahrgut am Standort Weselberg ersetzt worden sei. Weitere Fahrzeuge und Teileinheiten seien dezentral in Thaleischweiler, Münchweiler und Spirkelbach/Wilgartswiesen stationiert. 38 Feuerwehrleute verrichteten derzeit Dienst im Gefahrstoffzug. Im zweiten Halbjahr sei die Indienststellung des ersten für den Katstrophenschutz bestimmten Abrollbehälters geplant. Dieser könne bei länger andauernden Schadenslagen der Einsatzleitung als Besprechungsraum und den Einsatzkräften als Aufenthaltsraum dienen. Insgesamt stellte Schütz fest: „Das Miteinander der Hilfsorganisationen und die Kameradschaft werden groß geschrieben.“ Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen den Verbandsgemeinden, insbesondere zwischen den Wehrleitern. Die Einsatztaktik der Wehren müsse zudem den aktuellen geopolitischen Lagen angepasst werden, die von Terrorismus, Anschlägen, Amokläufen und Massen von Verletzten geprägt seien. Diese Ausrichtung erfolge mit dem Landeskonzept „Unterstützung bei terroristischen Anschlägen“. Zur Jugendarbeit stellte Schütz fest, dass weit mehr als 80 Prozent aller Neuaufnahmen in die aktiven Wehren durch Übernahmen von Angehörigen der Jugendfeuerwehr erfolgten. „Ohne Erhalt unserer Jugendabteilungen wird es schwer, dauerhaft den Einsatzbetrieb der Wehren sicherzustellen.“ Die Feuerwehren klagten über Nachwuchssorgen. Daher warb er um Impulse und Auswege. Detailliert belegte Carmen Schefsky die Nachwuchssorgen mit Zahlen: Ende 2016 gehörten 398 Kinder den 47 Jugendfeuerwehren im Kreis an, so wenige wie seit 1992 nicht mehr. 22 Jugendfeuerwehren klagten über Nachwuchssorgen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, ist für 6. Mai an unterschiedlichen Standorten ein landkreisweiter Öffentlichkeitstag zur Nachwuchsgewinnung geplant. Zudem soll ein Infoabend zum Thema Bambini-Feuerwehr stattfinden. Mit der Bambini-Wehr sollen Kinder unter zehn Jahren spielerisch an die Feuerwehr herangeführt werden. Hier sei auch die Politik gefordert, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen. Bisher könnten Kinder laut Gesetz erst ab dem vollendeten zehnten Lebensjahr in die Jugendfeuerwehr eintreten.

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