Rheinpfalz Ausflug ins Mittelalter

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Speyer. Es wird bereits fleißig geprobt, um den Reichtag zu Speyer von 1529 noch einmal Wirklichkeit werden zu lassen. Das Pfarrer-Ehepaar Gölzer und die IG Winelandgames haben die Details der Planungen vorgestellt. Vom 22. bis 24. April wird es um die Dreifaltigkeitskirche ein mittelalterliches Lager und ein Historienspiel geben. Über 300 Akteure werden erwartet.

„Wir proben schon ganz munter einmal in der Woche“, berichtet die Pfarrerin der Dreifaltigkeitskirchengemeinde, Christine Gölzer. Die Idee zu dem Historienspiel hatte sie gemeinsam mit ihrem Mann Ralph – protestantischer Pfarrer in Neuhofen – und Gemeindeglied Franz Hammer. Auf dem Reichstag entstand der Begriff Protestanten, weil sich die evangelischen Fürsten von dem Kaiser abgewandt hatten. Das Historienspiel stammt aus der Feder von Ralph Gölzer. Er wird die Rolle des Protokollarius übernehmen, der durch das Stück führt, wie er berichtet. Rund 16 Schauspieler im Alter zwischen zwölf und 75 Jahren stehen laut dem Pfarrer auf der Bühne und spielen das rund 40-minütige Stück. Die Regie führt der Leiter des Kinder- und Jugendtheaters, Matthias Folz. Das Stück wird an drei Tagen aufgeführt. Geprobt wird montags in der benachbarten Heiliggeistkirche. „Ich habe mich auf ein Wahnsinnsprojekt eingelassen“, sagte Folz. Um die Kirche herum, auf dem Geschirrplätzel und im unteren Domgarten wird es ein mittelalterliches Lager geben. „Es haben sich 19 Lagergruppen und 50 Händler angekündigt. Insgesamt werden rund 300 Menschen da sein“, berichtete Iris Geyer von IG Winelandgames. Es werde Korbflechter, Gerber, Lagerleute und Händler mit Gewändern geben. Auch Henker sind laut Ankündigung unterwegs. Für Musik sorgen neben dem Minnespiel auch die Gruppen Halitus Exprementes und Avanti Diletanti. Eine Feuershow wird es ebenfalls geben. „Für Kinder gibt es ein Wikingerschiff, auf dem sie herumklettern können oder einen Bogenstand und einen Axtwurfstand. Außerdem gibt es Marionettentheater“, sagt Geyer. Von einer Besonderheit berichtet ihre Kollegin Mary Linxweiler: „Wir lassen 300 Münzen fertigen, die die Besucher selbst prägen können.“ Der Eintritt für das mittelalterliche Lager und das Historienspiel soll laut Christine Gölzer maximal rund fünf Euro pro Tag kosten. „Der Überschuss geht an den Bauverein der Dreifaltigkeitskirche“, kündigt Ralph Gölzer an. Die Kirche wird derzeit saniert. Doch bei all dem Trubel betont Linxweiler: „Es wird nicht so laut wie beim Mittelalterlichen Spectaculum. Die Anwohner werden ruhig schlafen können.“ Die Stadt unterstützt das Vorhaben. „Wir sind Reformationsstadt Europas. Das tragen wir sogar in unserem offiziellen Titel. Wir sind deshalb sehr offen“, betonte Stadtsprecher Matthias Nowack. (ccd)

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