Rheinpfalz Aus drei Jahren werden dreißig
Gönnheim. Seit 1986 haben sie an wechselnden Orten in Deutschland gelebt, seit 2012 in Gönnheim bei Wachenheim. Nun ziehen die gebürtige Hessin Birgit und der aus Peru stammende Amerikaner Juan Diaz in die USA zurück. Grund: Alle drei Kinder leben dort.
Das Paar will in ihrer Nähe sein und die drei Enkelkinder aufwachsen sehen. Vor Kurzem ging der Flug. Sie zogen sie in ihr Haus in der Nähe von Orlando/Florida. Als hochrangiger Zivilangestellter war Juan Diaz unter anderem im US-Hauptquartier in Heidelberg beschäftigt, die Kinder gingen in amerikanische Schulen. Das hatte zur Folge, dass sie fürs Studium in die Staaten gingen und dort anschließend beruflich Fuß fassten. „Hätten wir gewusst, dass wir 30 Jahre in Deutschland bleiben, hätten wir die Kinder auf deutsche Schulen geschickt, sagt die 58-jährige Birgit Diaz. Armeeangehörige blieben in der Regel nur drei Jahre. Die Familie lebte unter anderem in Hockenheim, Weildorf und Neulußheim. Als der 64-jährige Juan von Heidelberg nach Sembach versetzt wurde – Birgit hatte zu der Zeit schon jahrelang eine sehr gute Arbeitsstelle in Mannheim-Rheinau –, nahm er eine Landkarte und schlug mit dem Zirkel einen Kreis um ihre beruflichen Einsatzorte. In der Schnittmenge der Kreise müsse ihr neuer Wohnort liegen, meinte der 64-Jährige. So landeten die beiden in Gönnheim. Man schloss Freundschaften, es folgten Grillpartys und zu Thanksgiving gab es einen großen Truthahn im Hause Diaz. Birgit Diaz wollte sich zum Abschied mit einem Sommerfest bei allen Freunden bedanken und bekam „Nervenflattern“, als die Einladungsliste länger und länger wurde. Ihr Mann verabreichte ihr einen Schnaps und empfahl, locker zu bleiben. Nicht „typisch deutsch“ alles ganz korrekt bis ins Detail durchplanen, sondern „etwas mehr amerikanisch“ zu sagen: „Leute, hier stehen die Getränke, Essen gibt’s da, bedient euch.“ Es wurden letzten Endes noch mehr Gäste als gedacht und es klappte alles, verrät Birgit.