Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Wieso die Adler gegen Göteborg chancenlos waren

Ausgerutscht: Lean Bergmann (links) und die Adler waren gegen Göteborg chancenlos.
Ausgerutscht: Lean Bergmann (links) und die Adler waren gegen Göteborg chancenlos.

Das Abenteuer Champions Hockey League (CHL) dürfte für die Adler Mannheim nach dem 1:10-Heimdebakel gegen Frölunda Göteborg bereits im Achtelfinale beendet sein. Es war ein ungleiches Kräftemessen, bei dem die Rückkehr von Kapitän Denis Reul einer der wenigen erfreulichen Momente für die Gastgeber war.

Der Abwehr-Hüne hatte sich sein Comeback nach langer Verletzungspause sicher anders vorgestellt, als in der eigenen Arena zweistellig abgeschossen zu werden. „Wir haben verdient verloren, aber eindeutig zu hoch. Zehn sind zu viele, das hatten wir nicht verdient“, beklagte der 32-Jährige.

Schon beim Blick auf die beiden Kader war wohl auch den Verantwortlichen der Mannheimer klar, dass es nicht ganz einfach gegen den CHL-Rekordsieger aus Schweden werden würde. Gleich acht Leistungsträger – darunter Spieler wie Matthias Plachta, David Wolf und Mark Katic – fehlten den Gastgebern.

„Die Jungs haben gekämpft“

Dieser Umstand interessierte Mike Pellegrims nach der Begegnung jedoch wenig. Er verschwendete keinen Gedanken daran, was gewesen wäre, wenn die Adler mit voller Mannschaftsstärke hätten antreten können. „Da will ich gar nicht drüber reden, denn es war ja nicht so. Wir mussten mit der Mannschaft spielen, die wir hatten“, erklärte der Coach, der seinen Chef Pavel Gross vertrat, der sich in Quarantäne befindet.

Mit der Einstellung des verbliebenen Teams war er zufrieden. „Die Jungs haben gekämpft und haben alles gegeben. Es tut mir leid für unseren Keeper Felix Brückmann“, beteuerte Pellegrims. Auch die Fans honorierten die aufopferungsvolle Darbietung der Adler mit Applaus und Gesängen nach dem Spiel.

Tagesgeschäft DEL wartet

Die Unterstützung blieb Rückkehrer Denis Reul nicht verborgen. „Ja, es ist auch gut zu wissen, dass sie trotz des Ergebnisses heute hinter uns stehen“, freute sich der Abwehrmann über die Aufmunterung. Ganz so einfach dürfte der Blick auf den Videowürfel, wo der bittere Endstand aufleuchtete, dennoch nicht gewesen sein, hatten sich die Adler doch deutlich mehr von der CHL-Saison erhofft.

„Es ist sehr schade. Wir haben alle mehr erwartet und auch gehofft, dass wir weit kommen können“, sagte Reul. Er und seine Mitspieler müssen nun mit dem Tagesgeschäft DEL vorlieb nehmen. Da geht es bereits am Freitag (19.30 Uhr) gegen die Eisbären Berlin wieder zur Sache.

Gibt es Rückkehrer?

Abhaken ist also angesagt. Ob das nach einer solchen Niederlage so leicht fällt? „Am Ende ist es egal, ob du 10:1, 5:1 oder 2:1 verlierst. Es hängt davon ab, wie du damit umgehst. Du musst das hinter dir lassen und nach vorne schauen“, erklärt der Coach.

Ein Hoffnungsschimmer für die Partie beim aktuellen Deutschen Meister könnten zwei Rückkehrer sein. Tim Wohlgemuth und Matthias Plachta könnten zurück in den Kader rutschen. Sicher ist das aber nicht. „Ich hoffe, dass alle Spieler zurückkommen“, sagte Pellegrims mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Mit dabei sein wird dafür wieder Denis Reul. Der hofft, dass sich der schmale Kader in den kommenden Trainingseinheiten finden kann. „Wir haben ja noch ein paar Trainingseinheiten. Und vielleicht kommen ja noch ein, zwei Jungs zurück“, sagt der Kapitän.

x