Eishockey
Wie Huhtala den Druck vom Adler-Kessel nahm
„In solchen Herausforderungen sieht man, was für eine Mannschaft man hat“, ergänzte Alavaara. Er hätte auch sagen können: was man für eine Mannschaft zusammengebaut hat, denn dieses Team ist ja auch sein Werk. Jedenfalls trotzten die Adler dem immensen Druck nach der Auftaktniederlage und erzwangen ein Endspiel in der Serie in Mannheim (Samstag, 17.30 Uhr).
Die Frage der RHEINPFALZ brachte derweil den Helden des Tages ins Grübeln. Ob er schon jemals in seiner Profilaufbahn einen so schnellen Tordoppelpack wie jenen am Donnerstagabend fabriziert habe, wollten wir von Tommi Huhtala wissen. Der 33-Jährige atmete tief durch. „Ich habe keine Ahnung“, sagte er dann, „es sind jetzt 16 Jahre. Ich kann das nicht beantworten.“ Was er aber wusste: „Der gute Start hat uns das Momentum gegeben.“ Also seine frühen Treffer zum 1:0 und 2:0, zwischen denen gerade mal 33 Sekunden Spielzeit lagen. Der Druck war damit vom Kessel.
Ein relativ sorgenfreier Abend
Das vielzitierte Momentum, diesmal hatten es die Adler auf ihrer Seite, und es war Kalkül. Ohne Furcht vor einem frühen Aus, ohne Verzagtheit, entschlossen und mit entsprechender Körpersprache trat der Titelfavorit im ersten Drittel auf – und legte so den Grundstein für einen relativ sorgenfreien Abend. Wobei Huhtala auch feststellte: „Im letzten Drittel hätten wir aktiver sein können, das sollten wir besser machen.“
Aus berufenem Straubinger Mund kam derweil weniger moderate Kritik am eigenen Team. Bei „MagentaSport“ schimpfte Andi Eder, seit Wochen der Beste der Tigers: „Nur 20 Minuten Eishockey zu spielen reicht nicht, wenn man 40 Minuten mit den Schiedsrichtern schimpft.“ Der Topscorer war sauer, dass der unerwartete Matchball nach der Überraschung am Dienstag in Mannheim (3:2-Sieg nach Verlängerung) so unstrukturiert und undiszipliniert vergeben worden war.