Eishockey
Wie der neue Trainer die Adler Mannheim wieder in die Erfolgsspur führen will
Dallas Eakins ging um 17.17 Uhr das erste Mal aufs Mannheimer Eis und leitete lautstark seine Premiereneinheit mit seinem Team. Der neue Trainer der Adler, zugleich auch deren neuer Manager, präsentierte sich als jemand, dem es in erster Linie um seine Spieler geht. „Die Spieler interessieren sich erst für das, was du weißt, wenn sie wissen, ob du sich für sie interessierst“, sagte der 56-Jährige bei seiner Vorstellung.
Einer, der diesen Leitsatz bereits kennt, ist Korbinian Holzer, der unter Eakins bei den Toronto Marlies spielte. „Dallas ist in erster Linie ein überragender Mensch. Er interessiert sich für seine Spieler und lebt jeden Tag als Vollprofi einen sehr hohen Standard vor“, sagt der Verteidiger. „Man kann mit ihm über alles reden, seine Tür ist immer offen, aber er sagt dir als Spieler das, was du hören musst und nicht das, was du hören willst.“
Absturz führt zu Trainerwechsel
Aus der ersten Sitzung mit seinem neuen Team hat der Coach viele positive Eindrücke mitgenommen: „Die Spieler übernehmen Verantwortung. Sie wissen, was es heißt, hier zu spielen.“ Zunächst will Eakins dem Team nicht zu viele Vorgaben machen: „Wir werden vorerst nicht viel verändern. Die Spieler sollen einfach aufs Eis gehen und spielen.“ Um die Adler wieder in die Erfolgsspur zu führen, gehe es darum, die Köpfe der Spieler zu erreichen. „Negative Gedanken eines Spielers beeinträchtigen nicht nur ihn, sie beeinträchtigen das ganze Team,“ sagt Eakins. „Meine Aufgabe ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem die Spieler ihre beste Leistung bringen können. Ich bin kein Fan von Motivationsreden, weil diese schnell verpuffen.“
Adler-Chef Daniel Hopp machte nochmals die Gründe für die Entlassung von Coach Johan Lundskog klar: „Wir haben in den letzten vier bis sechs Wochen einen beispiellosen Sinkflug in den Ergebnissen und Auftritten erlebt.“ Zuletzt waren die Adler auf Rang acht der DEL abgestürzt. Die für viele Beobachter überraschende Entlassung von Sportmanager Jan-Axel Alavaara erklärte Hopp so: „Das Vertrauen in die sportliche Planung waren auch in Bezug auf die Zukunft nicht mehr gegeben.“ Dass Alavaaras Vertrag erst am 19. Oktober um zwei Jahre verlängert wurde, ist Hopp bewusst: „Wir wissen, dass das nicht gut aussieht. Aber einen Fehler zu erkennen und diesen nicht zu revidieren, wäre ein noch größerer Fehler.“