Fußball
Waldhofs Befreiungsschlag bleibt aus
„Der Punktverlust tut mehr weh, als dass wir es nicht geschafft haben, heute die Null zu halten“, sagte Waldhof-Sportchef Tim Schork. „Ein 0:0 hätte uns heute schließlich auch nicht weitergeholfen.“ Die Mannheimer müssen sich in den kommenden Wochen zunächst einmal nach unten absichern. Immerhin gab es dafür beim 1:1 (0:0) gegen Viktoria Köln auch positive Signale.
Zumindest personell hatte Trainer Rüdiger Rehm gegenüber dem Dienstagsspiel reagiert. Minos Gouras, Malte Karbstein und Per Lockl spielten an Stelle von Samuel Abifade, Jonas Carls und dem eigentlich fest eingeplanten Bentley Bexter Bahn, der kurzfristig mit Rückenproblemen passen musste. Positive Auswirkungen hatten diese Umstellungen zumindest zunächst nicht. Mit „abwartend“ ist die Spielweise der Mannheimer in der Anfangsviertelstunde noch einigermaßen positiv umschrieben.
Gouras scheitert
Erst nach und nach befreiten sich die Gastgeber ein wenig vom Druck der Kölner, wagten nach zehn Minuten den ersten Vorstoß in die Kölner Spielhälfte – initiiert von Per Lockl, der gemeinsam mit Julian Rieckmann die Kreativzentrale bildete. Und das mit zunehmender Spielzeit immer besser. Er war auch Ausgangspunkt der besten Chance für die Waldhöfer, aber Minos Gouras (41.) scheiterte aus etwas spitzem Winkel an Kevin Rauhut, der mit seiner Schulter parierte.
Auf der anderen Seite hatten die Kölner ihre beste Gelegenheit durch Jeremias Loch (31.), der für einen Eckball mit nach vorne gekommen war. Aber der ist eben kein gelernter Stürmer, wirkte mit dem Fuß ein wenig ungelenk und setzte den Ball aus kurzer Distanz über die Latte.
Perfekter Spielzug
Ansonsten hatten beide Defensivreihen die Lage im ersten Durchgang bestens im Griff. Gerade beim SVW keine Selbstverständlichkeit. Vor eigenem Publikum waren die Waldhöfer zuletzt vor genau zwölf Monaten, beim 1:0-Erfolg über den 1. FC Saarbrücken, ohne Gegentor geblieben.
Zumindest in der Offensive sollte sich etwas tun. Praktisch direkt mit dem Wiederanpfiff gingen die Waldhöfer in Führung (47.). Julian Rieckmann gewann im Mittelfeld den Ball gegen Ex-Waldhöfer Stefano Russo und leitete auf Gouras weiter. Der legte das Spielgerät anschließend in den Lauf von Jessaja Herrmann – perfekter Spielzug zur verdienten Führung. Köln reagierte sofort, erhöhte den Druck und eröffnete damit den Gastgebern die Räume für gefährliche Konter.
Bitterer Fehlschuss
Der eingewechselte Kenney Okpala hätte dabei für die Entscheidung sorgen können, ja müssen, aber das 18-jährige Eigengewächs brachte das Kunststück fertig, nach Herrmanns Hereingabe im Fünfmeterraum Torhüter Rauhut zu treffen (65.). Ein bitterer Fehlschuss, denn zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit belohnte David Philipp den Kölner Sturmlauf mit dem 1:1. Jan-Christof Bartels hatte zuvor gleich mehrfach den Ausgleich verhindert.
Und wieder erlaubte sich die SVW-Deckung beim Gegentreffer ein zumindest unentschlossenes Abwehrverhalten, prallte ein weiter Einwurf gleich über drei Verteidiger zum freien Torschützen, der aus fünf Metern Bartels überwand. „Der Ball kommt herein, ditscht vor mir auf und fällt über mich drüber“, haderte Abwehrspieler Malte Karbstein, der auch wusste: „Das ist extrem ärgerlich. Die drei Punkte heute wären extrem wichtig gewesen.“