Handball RHEINPFALZ Plus Artikel VTV Mundenheim: Der vierte Anlauf auf das große Ziel

Bastian Schleidweilers Rückkehr macht dem VTV-Team Hoffnung.
Bastian Schleidweilers Rückkehr macht dem VTV-Team Hoffnung.

Viermal sind die VTV Mundenheim bislang in die dritte Handball-Liga aufgestiegen. Dreimal folgte direkt im Anschluss wieder der Abstieg. Aktuell steht der Aufsteiger im unteren Tabellendrittel. Trotzdem macht der Saisonstart Hoffnung auf den Klassenverbleib. Das klingt nur auf den ersten Blick paradox.

„Wenn unsere Leistungsträger fit bleiben, sehe ich unsere Chancen auf den Klassenverbleib nicht schlecht“, hatte VTV-Trainer Steffen Schneider vor Saisonbeginn prophezeit. Das Problem: Nicht nur, dass die Mundenheimer mit einem Rucksack der Langzeitverletzungen von Luka Wilbrandt, Lukas Klein und Rouven Müller in die Vorbereitung gegangen waren, sondern sich unmittelbar vor Saisonbeginn auch Bastian Schleidweiler schwer verletzt hatte. Zudem hat sich nach den ersten Spieltagen Moritz Brestrich mit einer Schulterverletzung ins Langzeitlazarett verabschiedete, und mittlerweile fallen auch die beiden fest eingeplanten Mittelmänner Tom Schneider und Timo Naas ebenfalls langfristig aus.

Immerhin besteht bei Schneider die Hoffnung auf eine Rückkehr im November, während Naas schon vor dem vorzeitigen Saisonende steht. „Wir hatten noch keine drei Spiele mit denselben Mittelmännern und mussten nach sechs Spieltagen schon eine Menge improvisieren“, verweist Trainer Schneider daher auf eines der Kernprobleme der VTV. Drei Punkte aus sechs Partien und damit Platz 14 – Drittletzter – seien daher eine „gerechte Ausbeute.“

Ein Hoffnungsträger ist zurück

Trotzdem ist die Ausgangslage des Aufsteigers, auch durch den Punktgewinn gegen Favorit HG Saarlouis, nicht so schlecht wie sie auf den ersten Blick erscheint. Immerhin kehrte am Freitag Bastian Schleidweiler ein wenig früher zurück als ursprünglich eingeplant, erzielte in seiner kurzen Einsatzzeit gleich wieder drei Treffer. Sein Cousin Luka Klein machte in der Woche zuvor wieder erste Gehversuche auf dem Parkett, kann die Position in der Rückraummitte wieder mit Leben füllen, und Yannick Treiber, der seine Karriere berufsbedingt eigentlich beendet hatte, kehrte als Übergangslösung kurzfristig auf das Parkett zurück, kann die Zeit bis November überbrücken.

Die Abwehrarbeit stimmt

Doch es sind nicht allein die langsam wieder größer werdenden Variationsmöglichkeiten auf Personalseite, die Steffen Schneider und die Verantwortlichen der VTV optimistisch stimmen. Denn auch mit reduziertem Kader stellen die Ludwigshafener nach sechs Partien die zweitbeste Abwehr der Liga – hinter dem Lokalrivalen HLZ Friesenheim-Hochdorf. Dies, obwohl sie es bereits mit den Spitzenmannschaften aus Krefeld, Leutershausen und Saarlouis zu tun hatten. Und wie es Sebastian Hinze, Trainer des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen einmal ausgedrückt hatte: „Die Abwehr ist der Taktgeber des Spiels.“ Hier wird der Grundstein für erfolgreiche Angriffe gelegt.

Wenn die Mundenheimer nun noch beginnen, ihre Waffen im Angriff zu schärfen, kann es tatsächlich im vierten Anlauf mit dem ersten Klassenerhalt in der dritthöchsten deutschen Spielklasse klappen. Wegweisend werden dafür die kommenden beiden Partien, am Freitag bei Mitaufsteiger TV Kirchzell und im folgenden Heimspiel gegen den TV Aldekerk – beides Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel. Zumindest für das Auswärtsspiel ist VTV-Trainer Schneider verhalten optimistisch. Der Trend ist da sein Freund, denn: „Freitags sind wir in dieser Saison noch ungeschlagen.“

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