FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Von der Taktik des Gegners nicht überrumpeln lassen

Herrlicher Treffer: FCK-Angreifer Christian Kühlwetter (Mitte) legt auf Florian Pick ab, der das 1:0 für die Roten Teufel gegen
Herrlicher Treffer: FCK-Angreifer Christian Kühlwetter (Mitte) legt auf Florian Pick ab, der das 1:0 für die Roten Teufel gegen den KFC Uerdingen besorgt.

Vier herrlich herausgespielte Tore, eine FCK-Mannschaft, die sich von einer taktisch überraschenden Gästeelf nicht aus dem Konzept bringen lässt: Nach dem 4:0-Erfolg am Samstag gegen den KFC Uerdingen war nicht nur Boris Schommers, der Trainer des Drittligisten 1. FC Kaiserslautern, bester Laune. Einem gelang auch nach der Partie alles.

Es gibt Tage, an denen scheint einfach alles zu klappen. FCK-Offensivmann Florian Pick erwischte am Samstag so einen. Nach dem Schlusspfiff, das Ausradeln auf den Spinning Bikes beendet, stieg der 24-Jährige aus der Eistonne, marschierte im Fritz-Walter-Stadion in Richtung Kabinen, als er von seinen Kollegen die von ihm vergessene Plastik-Wasserflasche nachgeworfen bekam. Pick stoppte sie mustergültig mit dem Fuß. Wenn’s läuft ...

Ein Lächeln, dann ab in die wohlverdiente Dusche. Mit seinen Saisontreffern 12 und 13 hatte sich Pick für einen starken Auftritt belohnt, wieder einmal gezeigt, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Das nicht nur als Vorbereiter und Torschütze. Hinter den Spitzen als Freigeist gestartet, nahm Trainer Boris Schommers nach rund 30 Minuten eine Umstellung vor. „Die Uerdinger haben es im mittleren Drittel ordentlich gespielt, wir haben nicht immer Zugriff gefunden auf den Gegner“, sagte Schommers.

Ein Lob des Trainers

Der Gast sollte nicht mehr so viele Räume bekommen. Also wechselte Pick auf die linke Bahn, wo Manfred Starke überraschenderweise von Beginn an ran durfte, ackerte, aber mit dem Tempo von Boubacar Barry so seine Probleme hatte. Eine Umstellung, die fruchtete. Rund zehn Minuten später leitete Starke mit einem Pass auf Christian Kühlwetter das 2:0 ein, Pick stürmte mit nach vorne, wurde von seinem Teamkollegen bedient und drückte das Leder mit dem Kopf knapp über der Grasnarbe ins Tor. „Da sieht man ganz klar, wie ich mich hochschraube, den mit voller Überzeugung mache“, flachste der 24-Jährige nach dem Schlusspfiff, als er bei Magenta Sport den Treffer kommentieren durfte.

Gute Laune hatte auch Picks Trainer, wobei das Lob für seine Nummer 11 ernst gemeint war: „Flo arbeitet sehr mannschaftsdienlich, bringt seine Leistung.“ Schommers habe seinem Offenspieler immer wieder gesagt, dass Tore automatisch kommen werden. Nach 1236 Minuten war es am Samstag wieder so weit.

Das Umschaltspiel funktioniert

Überrascht, gestand der Cheftrainer dagegen, war er von der taktischen Ausrichtung der Uerdinger auf dem Betzenberg – offensiv mit Dreierkette. Dass sich seine Mannschaft davon nicht hat aus der Ruhe bringen lassen – für den 41-Jährigen ist auch das ein Entwicklungsschritt. „Wir wollten hier Fußball spielen, wir wollten hier offensiv sein – trotz aller Ausfälle –, wir wollten das Spiel dominieren“, meinte Gästetrainer Stefan Krämer – und schob dann nach: „Das Problem ist: Wenn du schon vorne keine Durchschlagskraft hast, darfst du diese einfachen Fehler, die dann zu den gut herausgespielten Kontern geführt haben, nicht machen.“

In der Tat: Mit dem Umschaltspiel der Lauterer kamen die enttäuschenden Uerdinger nicht klar. Die Roten Teufel spielten neben dem Pick-Doppelpack (7., 42.) auch noch zwei weitere Treffer durch die Joker Lucas Röser (72.) und Hendrick Zuck (86.) schön heraus. „Wir sind sehr gut in die Partie gestartet, haben von Anfang an ein sehr dominantes Spiel gemacht“, meinte Hikmet Ciftci, der vor der Abwehrkette einen engagierten Job machte, Pech hatte, dass KFC-Schlussmann René Vollath sein Freistoß-Geschoss entschärfte (67.).

Zur Sache: Pachtvertrag soll bald unterzeichnet werden

Die drei Punkte gegen den KFC Uerdingen, sie taten auch FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt zum Ausklang dieser turbulenten Woche gut, die am Montag mit dem Einreichen des Antrags auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenregie startete. „Dieser Schritt ist uns sehr schwer gefallen“, betonte der 50-Jährige nochmals. Es gehe nun darum, sich mit den Gläubigern zu verständigen. „Wir sind durchgehend im Kontakt“, betonte Voigt. Auch mit möglichen Investoren sei man im Austausch, „mit Vollgas in den Gesprächen. Wir können aber nicht alle diese Gespräche nach außen tragen.“

Er geht davon aus, dass der neue, auf 625.000 Euro reduzierte Pacht- und Betreibervertrag zwischen dem 1. FCK und der Fritz-Walter-Stadiongesellschaft, bald unterzeichnet wird. Jüngst hieß es, dass im Falle einer Insolvenz die volle Stadionpacht von 3,2 Millionen Euro fällig werden soll. „Das ist formaljuristisch. Wir akzeptieren den Standpunkt der Stadt. Für unser operatives Geschäft stehen im Prinzip aber die 625.000 Euro pro Saison. Das ist ein Ratsbeschluss“, sagte Voigt.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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