Handball-EM-Tagebuch
Vom Reibekuchen
„Was für einen Tag haben wir heute?“
Gute Frage! In den zwei langen Wochen dieser Handball-Europameisterschaft kann man schon mal den Überblick verlieren.
Der Kollege brauchte die zeitliche Orientierung aus einem Grund. Im „Haus Unkelbach“ stehen am Dienstag Reibekuchen auf der Speisekarte, und ja, genau, was für ein Glück, es war Dienstag, als wir in dieser Kölner Gaststätte waren.
Zusammengetrommelt hatte die kleine Journalistenschar Olaf Bruchmann, der Chef der „Handballwoche“. Er lebte mal einige Jahre in Köln und kennt sich ganz gut aus. Während der heißen Karnevalstage, so erzählte Bruchmann, werden hier im Haus Unkelbach die Tische und Stühle entfernt, und die lustigen Menschen tanzen in der ganzen Kneipe.
Bei uns ging es selbstverständlich ruhiger zu. Ich konnte umständehalber nicht so lange bleiben, aber es war interessant, mal das eine oder andere zu erfahren, was man von den Kollegen noch nicht wusste. Ein Mitstreiter fand beim Blick auf die Speisekarte ebenfalls Gefallen an den Reibekuchen und bestellte bei der Kellnerin Kartoffelpuffer. Sie verstand ihn nicht. Andere Regionen, andere Bezeichnungen. In Bayern hätten wir mit Reiberdatschi landen können.
Wie überhaupt die Speisekarte in Köln gar nicht so einfach zu codieren ist. Ein Klassiker der Küche ist „Himmel un Äd“. Aber was ist das denn? Ganz einfach: Es ist ein Gericht aus Kartoffelpüree und Apfelmus oder Apfelstücken, gerne auch mit gebratener Blutwurst oder Speck serviert. Ein Sülzer Bierkutscherkotelett? Das klingt nach einer richtig deftigen Mahlzeit. Und der „Rheinische Suurbrode“? Das ist natürlich der Rheinische Sauerbraten.
Nach meinem Abstecher in Polen im vergangenen Jahr mit Zurek, Pierogi oder Bigos habe ich gedacht, in diesem Jahr wird das kulinarische Abenteuer ein bisschen leichter. Ha! Decke Bunne met Speck! Muuzemändelcher! Lahmacun!
Von wegen.
Aber ganz zur Not gibt es ja immer noch den griechischen Salat oder die altbewährte Pizza Margherita beim Italiener.