Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Vereinzelte Pfiffe für selbstkritische Adler

Frustrierte Adler: Matthias Plachta, Borna Rendulic und Stefan Loibl (von links) haben gerade das 0:4 gegen die DEG kassiert.
Frustrierte Adler: Matthias Plachta, Borna Rendulic und Stefan Loibl (von links) haben gerade das 0:4 gegen die DEG kassiert.

Nach zwei Heimniederlagen in Folge reisen die Adler Mannheim in der Deutschen Eishockey-Liga nun zu den Eisbären Berlin (Sonntag, 15.15 Uhr/ServusTV). Wenn das Team von Trainer Bill Stewart Punkte aus der Hauptstadt mitnehmen will, muss sich einiges ändern. Vielleicht trägt ein Spieler dazu bei, der aktuell Doppelschichten schiebt und für den die Eisbären keine Unbekannten sind.

Einige Pfiffe waren bereits während der Partie gegen die Düsseldorfer EG aus dem weiten Rund der SAP-Arena zu hören, nach der Schlusssirene gab es sie dann auch noch mal vereinzelt. Die Fans der Adler waren sauer und enttäuscht ob der Darbietung ihres Teams bei der 1:4-Heimniederlage gegen Düsseldorf. Wartete doch das Gros der 7126 Fans am Mittwochabend vergeblich auf eine Reaktion nach der 3:5-Niederlage gegen Ingolstadt. Doch was war schiefgelaufen? „Alles. Es war einfach schlecht heute. Wir waren nicht bereit zu kämpfen und die Scheiben zu gewinnen“, hadert Adler-Stürmer Taro Jentzsch.

Klare Worte

Noch deutlicher wurde Korbinian Holzer. „Das war absolute Scheiße heute. Die Art und Weise, wie wir verloren haben und nach einer Niederlage rausgekommen sind, ist enttäuschend“, ärgert sich der erfahrene Defender. Sein Team hatte enorme Probleme im Spielaufbau und bei der Scheibenkontrolle. Dabei machte den Adlern nicht nur das weiche Eis zu schaffen, sondern auch das schlechte und vor allem ungenaue Passspiel.

Mit einer ähnlichen Leistung dürfte es für die Mannheimer in Berlin ungemütlich werden. Für Taro Jentzsch wird die Partie am Sonntag eine Rückkehr in seine Vergangenheit. Der heute 22-Jährige spielte in seiner Jugend für die Eisbären, ehe er über Österreich, Kanada und die Iserlohn Roosters den Weg nach Mannheim fand.

Ganz angekommen ist der Neuzugang in der Quadratestadt noch nicht. „Ich bin hergekommen, um den Unterschied zu machen, das ist mir noch nicht ganz gelungen. Da bin ich schon selbstkritisch“, sagt Jentzsch. Der Youngster weiß um die Stärken der Eisbären, die nach seiner Aussage ins Rollen gekommen sind. „Da müssen wir wach sein“, macht er klar.

Die Familie schaut zu

Jentzsch selbst wird es sicher sein, schließlich ist seine Familie vor Ort, um ihm im Auswärtsspiel zuzuschauen. „Ich will dort gewinnen“, versichert er. Wahrscheinlich wird er dann wegen des dünnen Stürmerangebotes im Adler-Team wieder Doppelschichten schieben müssen. So agierte der technisch starke Angreifer als Flügelspieler in einer Reihe mit Markus Eisenschmid und Tim Wohlgemuth und „centerte“ in der vierten Formation zwischen Luca Tosto und Simon Thiel. Diese Wechsel der Positionen machen dem Angreifer keine Probleme. „Es ist etwas komisch, aber mir liegt beides, deswegen läuft das bisher ganz gut“, sagt Jentzsch.

Der Nationalspieler wartet nach seinem Premierentor für die Adler aus dem ersten Saisonspiel gegen die Schwenninger Wild Wings nun seit elf Partien auf einen Treffer. Berlin wäre da sicher der ideale Ort, um wieder zu jubeln. Damit das gelingt, muss es nicht nur für Jentzsch besser laufen. „In Berlin müssen wir uns wieder auf die Sachen besinnen, die uns in den sieben siegreichen Spielen stark gemacht haben: einfach spielen und auch den Willen haben“, erklärt Korbinian Holzer das Erfolgsrezept.

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