FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Verdiente Niederlage im Nachholspiel: „Löwen“ ringen Rote Teufel noch nieder

Heiße Partie: Kevin Kraus (links) vom FCK im Duell mit Quirin Moll von 1860 München.
Heiße Partie: Kevin Kraus (links) vom FCK im Duell mit Quirin Moll von 1860 München.

Der Fußball-Drittliga-Zweite 1. FC Kaiserslautern verliert ein packendes Nachholspiel beim TSV 1860 München. Nach früher 1:0-Führung der Lauterer werden die Sechziger deutlich stärker und gewinnen 2:1. Für den FCK ist es die erste Schlappe seit 31. Oktober.

1860-Trainer Michael Köllner hatte am Montag eine bittere Pille zu schlucken. Richard Neudecker fehlte aufgrund der fünften Gelben Karte gegen die Roten Teufel, obwohl er seine Sperre bereits verbüßt hatte – zumindest wenn es nach den „Löwen“ geht. Schiedsrichter Robin Braun hatte im Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden (3:2) zwar Neudecker verwarnt, in seinem Bericht aber den gar nicht eingesetzten Milos Cocic fälschlicherweise mit Neudeckers Karte bedacht. Dem TSV 1860 hätte der Fehler auffallen müssen. Neudecker pausierte unnötigerweise im Spiel bei Viktoria Köln, im DFB-System standen schließlich nur vier Kartons. Die Sechziger wurden zu dieser Zeit ob der Corona-Infektion mehrerer Spieler von ganz anderen Problemen geplagt. Womöglich verschliefen sie den Einspruch deshalb – und wurden nun irrwitzigerweise, aber regelkonform noch mal bestraft.

FCK-Trainer Marco Antwerpen begrüßte unterdessen den gegen Verl zum zweiten Mal in dieser Saison gesperrt zusehenden Verteidiger Boris Tomiak zurück in der Startelf. Die von Antwerpen avisierte Rotation schlug sich auf zwei Positionen nieder: Dominik Schad gab zunächst für Philipp Hercher den rechten „Schienenspieler“, Muhammed Kiprit ersetzte Kenny Prince Redondo im Sturm.

Verschlafen-unfreiwillige Vorarbeit

Stephan Salger steht nicht auf der Gehaltsliste des 1. FC Kaiserslautern, und doch leistete er für dessen Führung die Vorabeit: Bei einem Rückpass auf seinen Schlussmann Marcel Hiller übersah er den lauernden Mike Wunderlich; der 35-Jährige stahl den Ball, umkurvte Hiller und schob das Spielgerät aus spitzem Winkel über die Linie – direkt vor dem Lauterer Anhang, der also schon in der zweiten Minute allen Grund hatte, aus dem Häuschen zu geraten. Wunderlichs Freude wurde im Laufe des ersten Abschnitts allerdings eingetrübt, als er einen Elfmeter zu schinden versuchte und dafür die Gelbe Karte quittierte. Es war seine fünfte. Wenn der FCK am Samstag beim Aufstiegsmitbewerber in Osnabrück gastiert, wird Wunderlich zusehen müssen. Zu Beginn der zu Wunderlichs Missetat führenden Szene war Muhammed Kiprit bei einem Konter an Hiller gescheitert.

Eine umstrittene Elfmeter-Szene

Die Führung verlieh den Roten Teufeln keineswegs Sicherheit. Sie verteidigten unzureichend, sorgten immer weniger für Entlastung. Dem Gastgeber boten sich Räume. Dass 1860 zum Ausgleich kommen würde, war nur noch eine Frage der Zeit. FCK-Torhüter Matheo Raab bekam trotz der Temperaturen um den Gefrierpunkt schnell warme Hände. Er musste einen Freistoß von Erik Tallig entschärfen und bei einem Schuss von Dennis Dressel zupacken. Auch einen Kracher von Yannick Deichmann parierte er. Dazwischen hatte der FCK Glück, dass ein Einsatz von Alexander Winkler gegen Marcel Bär von Referee Martin Petersen nicht mit einem Elfmeter bestraft wurde. In der 26. Minute war Raab machtlos: Merveille Biankadi traf mit einer Volleyabnahme die Hacke seines Teamgefährten Marcel Bär, von dort flog der Ball zum 1:1 ins Tor.

Marco Antwerpen vollzog in der Pause einen Doppelwechsel: Hercher ersetzte Schad, Redondo kam für Hanslik. Den Taktstock schwangen weiterhin die „Löwen“, ohne zwingend zu werden. Der FCK stand viel zu tief. Halbwegs gefährlich wurde es für das Tor des TSV 1860 erstmals wieder kurz vor der 70. Minute, als der eingetauschte Hikmet Ciftci zu einem Distanzschuss ansetzte.

Ein folgenschweres Foul

Die Begegnung verflachte mehr und mehr, wurde immer zerfahrener. Fünf Minuten vor dem Ende erlaubte sich Ciftci ein unnötiges Foul an der Torauslinie. Freistoß Tallig, Joker Kevin Goden stand „blank“ und traf zum 2:1-Endstand für den TSV 1860 (85.).

„München hat mehr investiert, hat uns den Schneid komplett abgekauft und verdient gewonnen“, sagte FCK-Trainer Antwerpen. Er warf seinem Team vor, gegen starke „Löwen“ nicht genug dagegengehalten zu haben.

Erstmals seit dem 31. Oktober verlor der FCK wieder ein Spiel. „Die Niederlage tut extrem weh“, konstatierte FCK-Torschütze Wunderlich. Die Roten Teufel bleiben Zweiter, haben allerdings ein Spiel mehr absolviert als der Rangdritte Braunschweig. Der FCK-Anhang muss hoffen, dass die Partie in München-Giesing keine Trendwende einläutet.

So spielten sie

TSV 1860 München: Hiller - Deichmann, Belkahia, Salger, Steinhart - Moll, Dressel, Tallig (89. Morgalla), Biankadi (75. Goden) - Bär (90.+1 Linsbichler), Lex (75. Greilinger)

1. FC Kaiserslautern: Raab - Tomiak, Kraus, Winkler - Schad (46. Hercher), Zuck - Ritter (63. Ciftci) - Götze, Wunderlich - Hanslik (46. Redondo), Kiprit (76. Klingenburg)

Tore: 0:1 Wunderlich (2.), 1:1 Bär (26.), 2:1 Goden (85.) - Gelbe Karten: - Belkahia (6) - Wunderlich (5), Winkler (3), Ciftci (3) - Beste Spieler: Deichmann, Dressel, Lex - Raab, Götze - Zuschauer: 7500 (ausverkauft) - Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart).

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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