Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel TSG 1899 Hoffenheim auf der Überholspur

Torschütze: Diadie Samassékou.
Torschütze: Diadie Samassékou.

Die TSG 1899 Hoffenheim hat durch den 3:2 (2:1)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt einen Sprung auf den vierten Bundesliga-Tabellenplatz gemacht. Trainer Sebastian Hoeneß wiegelt ab. Der Lauf der Hessen wurde dagegen unterbrochen.

Nach dem Geisterspiel in der Sinsheimer Arena musste 1899-Trainer Sebastian Hoeneß die Geister, die sein Team rief, verscheuchen. Nein, nein und noch einmal nein. Von der Champions League will der Coach zu diesem Zeitpunkt der Saison überhaupt nichts hören. Er sieht auch den jüngsten Erfolg als Beleg dafür an, dass der eingeschlagene Weg der Mannschaft der richtige ist.

„Wir sind viel zu früh in der Saison. In dieser Phase geht es um Entwicklung. Die sehe ich schon relativ lange sehr gut. Die Siege, die wir vor Frankfurt eingefahren haben, waren sehr klar und souverän. Die Diskussion hilft uns nicht weiter. Locker bleiben“, sagte Sebastian Hoeneß.

Kramaric und Baumgartner werden eingewechselt

Beachtlich: Noch vor vier Wochen wäre ein Hoffenheimer Mannschaft ohne die Offensiv-Stützen Andrej Kramaric und Christoph Baumgartner undenkbar gewesen. Aber auch am Samstag wurden die zwei Top-Spieler erst im Laufe der Partie eingewechselt, Kramaric war im letzten Länderspiel von Kroatien zwölf Sekunden bewusstlos, Baumgartner hat muskuläre Problem. „Andrej ist noch nicht bei 100 Prozent, er hat zudem einen üblen Schlag auf den Fuß bekommen“, erklärte Hoeneß.

Geiger: Sind in einem Flow

Das Hoffenheimer Team wird erwachsen, macht sich unabhängiger von dem Superstar. Die Breite im Kader ist da. 30 erzielte Tore sprechen eine klare Sprache. „Wir sind in einem Flow“, betonte Mittelfeldspieler Dennis Geiger. Abwehrchef Kevin Vogt hob hervor: „Wir spielen derzeit einen mutigen Fußball. Mit jedem Sieg wächst unser Selbstvertrauen – das ist kein Geheimnis. Wenn du Mut auf den Platz bringst, wird das am Ende auch belohnt.“

Rafael Borré brachte die zunächst starken Hessen in Führung (15.). Geiger (24.) und Georginio Rutter (30.) drehten die Partie. Diadie Samassékou erhöhte in der 59. Minute auf 3:1 (59.), ehe Gonçalo Paciência (72.) verkürzte. Nach bislang sechs Toren in der Nachspielzeit in dieser Saison blieb den Spätzündern ein spätes Erfolgserlebnis verwehrt. Nach dem strömenden Regen vor der Pause ließ Filip Kostic zwar Flanken regnen, doch die Hoffenheimer Abwehr hielt dicht. „Wir haben wieder gesehen, was wir in diesem Jahr erreichen können, wenn wir als Team arbeiten“, meinte Diadie Samassékou, der nach seinem Tor beim 6:3 in Fürth schon wieder traf. Diesmal musste Co-Trainer David Krecidlo ein Essen für das Team ausgeben, vergangene Woche lud der Torschütze selbst ein.

Glasner enttäuscht

Eintracht-Trainer Oliver Glasner hatte prompt eine Erklärung parat. „Alle drei Tore hätten wir deutlich besser verteidigen können. Da hat die letzte Galligkeit gefehlt, die letzte Konsequenz. Wenn du nicht in jeder Phase des Spiels alles gibst, dann hast du den Sieg nicht verdient“, meinte er sichtlich enttäuscht. Tenor: 1899 Hoffenheim gewann zu Recht.

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