Sport Traum-Duo gesprengt
HOCHDORF-ASSENHEIM. 291 Tore von 439 – Mona Kuczaty (162/22) und Lisa-Marie Steffens (129/30) sind die Top-Torjägerinnen der Frauenhandball-Verbandsliga. Die beiden 20-Jährigen spielen beim TV Hochdorf, der heute (18 Uhr) den SC Bobenheim-Roxheim erwartet. Dem fehlt noch ein Punkt zum Titelgewinn. Der Erfolg – auch ein Verdienst der 43-jährigen Maria Diemer, die schon 84 Mal getroffen hat.
Steffens spielt im Rückraum, Kuczaty ist Linksaußen beim TVH, der eine junge Mannschaft stellt und den Trainer gewechselt hat. Der Haßlocher Rainer Götz löste Kurt Dürk ab. Steffens kommt aus Haßloch, besuchte dort das Hannah-Arendt-Gymnasium. Samira Brand, Katharina Voigt oder Lena Weisbrod waren 2010 Steffens’ Mitspielerinnen in der Schulmannschaft, die das Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin bestritt. Im September 2016 begann sie ein Duales Studium BWL-Handel bei Phoenix Pharmahandel. Steffens begann 2004 in Haßloch und wechselte 2010 zum TV Ruchheim. 2014 kam sie in die Hochdorfer A-Jugend. Sie hat sich festgelegt: Sie bleibt beim TVH, wo sie mit drei anderen die Facebook-Seite der Damen I betreibt. Das Torjägerinnen-Duo aber wird gesprengt. Kuczaty wechselt zur nächsten Saison zum Drittligisten TSV Kandel. In Hochdorf aufgewachsen, wo sie 1999 als Mädchen unter Jungs mit Handball begann, überspringt sie nun zwei Klassen. Gut möglich, dass sie in Landau studieren wird. Inzwischen in Limburgerhof daheim, leistet Kuczaty gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Grundschule in Mutterstadt. Sie ist „Angestellte“ des Sportbundes Pfalz. Grundschullehrerin ist ihr Berufswunsch. Von zwei Vereinen wurde sie in dieser Saison kontaktiert, in Kandel war sie Trainingsgast. Handball ist ihre große Leidenschaft. „Wir werden auf jeden Fall kämpfen“, sagt sie vor dem Spitzenspiel. 11:3 Punkte holte Hochdorf in diesem Jahr. In der Hinrunde gewann Bobenheim-Roxheim mit 23:20, nach 8:12-Rückstand verwandelte Maria Diemer einen Freiwurf direkt zur 13:12-Führung (30.). Sie könnte die Mutter von Kuczaty und Steffens sein, ihre Söhne sind sechs und 15 Jahre alt. Die Bankkaufrau aus Bechtheim spielte zweimal in Osthofen und dazwischen in Worms und wollte aufhören, nachdem Osthofens Trainer auf Jüngere setzte. Heiko Breth, auch mal Trainer in Osthofen und seit Juni 2015 in Bobenheim, fragte an, ob sie nicht zum SC mitkommen wolle. Sie kam mit, Bobenheim ist in dieser Runde ungeschlagen. Macht sie weiter in der Pfalzliga? „Es hängt davon ab, wie ich mich fühle.“ |thc