FCK
Trainer und Team in Lotte beim SC Verl unter Druck – und das Verletzungspech bleibt
„Kontinuität sieht leider anders aus.“ Trainer Marco Antwerpen hätte diesen Satz auch mit Blick auf die Leistungen seiner Mannschaft aussprechen können. Er galt allerdings der personellen Zusammensetzung seiner Stammformation, die sich aus diversen Gründen Woche für Woche ändert. Im Vergleich zum 0:0 gegen Waldhof Mannheim etwa fehlen dem Drittligisten 1. FC Kaiserslautern ungeachtet der Langzeitrekonvaleszenten nun auch Kenny Prince Redondo, Marvin Senger (beide gesperrt) und Jean Zimmer. Der Kapitän klagt über Probleme im Oberschenkel, für die eine Rückenverletzung ursächlich ist. Stürmer Elias Huth leidet an einer Knieblessur, sein Einsatz im Spiel am Sonntag (14 Uhr, MagentaSport, Liveblog bei rheinpfalz.de) beim SC Verl ist fraglich.
Ein Spiel mit enormer Relevanz für den FCK
Die Partie hat für den FCK enorme Relevanz. Auch für Antwerpen. Da in acht Spielen nur ein Sieg gelang, erst sechs Punkte zu Buche stehen und in der Fremde noch kein einziges Tor bejubelt werden durfte, beginnt der Druck auf den Trainer merklich zu wachsen. Antwerpen spürt das. „Damit kann ich gut leben. Mit den Herausforderungen in solch einem Traditionsverein muss man umgehen, ich kann das ganz gut“, sagt er.
„Keiner bei uns ist zufrieden“
Antwerpen weiß zudem: Das Spiel des FCK verlangt in allen Belangen nach einer Politur. „Wir sind in allen Bereichen gefordert. Keiner bei uns ist zufrieden.“
Der SC Verl belegt mit zwölf Punkten Platz elf und hat in den vergangenen Wochen einige wilde Spiele absolviert. 0:3 gegen Braunschweig, 4:4 in Halle, 3:3 gegen Viktoria Berlin, 3:1 in Zwickau. Am Mittwoch, um die Liste zu komplettieren, glückte im Westfalenpokal ein 4:0 bei Preußen Espelkamp. Während der FCK mit Treffern geizt (insgesamt vier), fallen sie beim SC wie reife Früchte. Marco Antwerpen glaubt aber nicht an einen offenen Schlagabtausch am Lotter Kreuz. Dafür, Ausnahme Berlin, habe seine Elf doch gut verteidigt. Aber: „Wir müssen einfach griffiger werden. Wir müssen zeigen, dass wir ein Spiel gewinnen möchten, das ist ganz wichtig.“
„Nicht so eine Saison wie die letzte“
Avdo Spahic wird sich das Treiben von der Ersatzbank anschauen. Seit Beginn dieser Saison ist er im Tor des FCK nur mehr die Nummer zwei. Immerhin, die Oberschenkelzerrung ist kuriert, Spahic wäre bereit, müsste er in die Bresche springen. Mittlerweile hat er seine Rolle halbwegs akzeptiert. „Anfangs war das ein bisschen schwieriger, doch das Wichtigste ist, dass wir als Mannschaft Erfolg haben. Ich hoffe, das kommt jetzt langsam“, sagt Spahic und schickt ein großes Kompliment an Matheo Raab, den neuen Platzhirsch im Lauterer Tor: „Matze macht seinen Job super-überragend, ich bin sehr stolz auf ihn.“ Die Wachablösung war nicht unbedingt erwartet worden. Es ist Spekulation, anzunehmen, sie hätte etwas damit zu tun, dass Spahic in der Sommerpause mit anderen Klubs geliebäugelt haben soll. „Ich hatte Gespräche“, bestätigt der Torhüter, „aber nichts wirklich Konkretes.“
Am vorigen Samstag gegen den SV Waldhof beim von Tumulten geprägten Südwestderby erlebte Spahic wie all jene, die mit ihm auf der Bank saßen, fürchterliche 90 Minuten. Auch er konnte kaum an sich halten. „Das war extrem schwer, wenn man sieht, dass die Mannschaft gerade Stress hat“, sagt er. Doch man könne aus diesem Spiel auch etwas mitnehmen: „Die Kampfbereitschaft, das ist ganz wichtig. Man darf nicht auf dem Boden liegen bleiben. Wir wollen nicht so eine Saison wie die letzte.“
Kommt der Brustlöser?
Ein Erfolg in Verl würde womöglich einen Knoten lösen, sagt er, „dann werden wir im Kopf freier und es gelingt uns vielleicht dann auch der zweite und der dritte Schritt“.
Spahic möchte öffentlich nicht in seine eigene Zukunft blicken und auch nichts dazu sagen, ob er im Winter einen Wechsel anstrebt. Eines huscht ihm dann aber doch über die Lippen: „Der Verein ... Lautern ... Da will man eigentlich nicht weg.“
Zur Sache
Im Verbandspokal beim TuS Mechtersheim
Drittligist 1. FC Kaiserslautern muss in der fünften Runde des Verbandspokals bei Oberligist TuS Mechtersheim antreten. Das ergab die Auslosung beim Südwestdeutschen Fußball-Verband in Edenkoben. Gespielt werden soll am Mittwoch, 6. Oktober, um 19 Uhr – hier sind aber Änderungen möglich. Das gilt auch für die Partie des Regionalligisten FK Pirmasens beim Landesligisten SV Hermersberg. Die Partien der weiteren pfälzischen Oberligisten neben der der Mechtersheimer gegen den FCK: Sieger aus SV Alsenborn/SV Morlautern - Arminia Ludwigshafen, Wormatia Worms - FC Speyer 09, TSG 1846 Bretzenheim - FV Dudenhofen.
„Einfach gut“
Dass das Los die Roten Teufel vom Betzenberg als Pokalgegner brachte, findet Mechtersheims Sportdirektor Dieter Demmerle „einfach gut“. Klar ist für ihn, dass das Spiel an der heimischen Kirschenallee ausgetragen werden soll. Hermersbergs Trainer Jens Mayer, früher für den FKP am Ball, meinte zum Pokalderby seines SVH gegen die Pirmasenser: „Ich denke, für den FKP hätte es angenehmere Lose gegeben. Um eine Chance zu haben, müsste bei uns aber schon alles passen.“ (Von Marek Schwöbel und Peter Seibel)
