Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Teaminterne Aussprache stärkt die Adler

Die drei produktivsten Adler-Stürmer feiern den Ausgleich in Bremerhaven: (von links) Ben Smith, Tommi Huhtala und Tim Stützle.
Die drei produktivsten Adler-Stürmer feiern den Ausgleich in Bremerhaven: (von links) Ben Smith, Tommi Huhtala und Tim Stützle. Foto: P.I.X.

Dass die Adler Mannheim trotz ihres dezenten Starts in die neue Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) eine gute Mannschaft haben, dürfte unstrittig sein. Am Wochenende konnte Trainer Pavel Gross feststellen, dass sie auch „eine starke Kabine“ haben, wie er das Innenleben des Teams umschreibt.

Tommi Huhtala hat in seiner ersten Saison für die Adler, dem Meisterjahr 2018/19, schon viele Tore geschossen, auch sehr schöne. Ein Treffer gar, dieser kuriose „No Shot Move“ gegen Schwenningen, dürfte noch in Jahren auf YouTube geschaut und geliked werden: Damals berührte der trickreiche Finne die Scheibe gar nicht, sondern verlud den Torwart mit einer Körpertäuschung, während der Puck ohne Ablenkung ins Tor rutschte. Jener vergleichsweise profane Treffer aber am Sonntag in Bremerhaven dürfte einer der wichtigsten für Huhtala gewesen sein. 37 Sekunden vor der Schlusssirene besorgte er den 4:4-Ausgleich nach 0:3- und 2:4-Rückständen. Es ging ins Penaltyschießen – dort gab’s dann den Extrapunkt.

Erneut ein 0:3 aufgeholt

„Besser wäre es natürlich, gar nicht erst in diese Situationen zu geraten“, gesteht Huhtala und erinnert sich ans erste Vorbereitungsspiel dieser Saison, als ebenfalls aus einem 0:3 noch ein 5:4 wurde. „Man sagt ja immer, manche Sachen passieren nicht zweimal ...“, sinniert Trainer Pavel Gross. Es passierte eben doch, aber ein drittes Mal sollte es der Meister nicht darauf anlegen. Schon gar nicht am Donnerstagabend (19.30 Uhr), wenn seine Fans gegen den Mitrekordmeister Eisbären Berlin – beide Klubs haben je sieben DEL-Titel – auf den ersten Heimerfolg der Saison hoffen.

Gleichwie: „Es geht darum, in diesen Situationen sein Spiel trotzdem durchzuziehen, dem System zu vertrauen“, betont Huhtala. Dies ist wohl die kollektive Erkenntnis der teaminternen Aussprache nach dem 2:7-Debakel gegen München am Freitag. „Zu Recht sind da ein paar Jungs aufgestanden und haben etwas gesagt. Denn eigentlich wollen wir ja nicht aufhören, Eishockey zu spielen“, berichtete der gegen München verletzt fehlende, am Dienstag aber wieder vorsichtig trainierende Stürmer Phil Hungerecker. Der spontane Gedankenaustausch fand ohne Trainer statt. „Ich weiß auch nicht, was sie besprochen haben. Ich habe keinen gefragt. Das soll in der Kabine bleiben“, sagt Coach Gross: „Gut, dass sie es selbst in die Hand genommen haben. Eine starke Kabine ist uns wichtig“.

Topreihe Huhtala/Smith/Stützle

Wichtig sind aber auch starke Sturmreihen wie jene von Tommi Huhtala. Er, Center Ben Smith und Toptalent Tim Stützle führen die interne Scorerliste an. Da ist Huhtala auch nicht neidisch auf die Reihe mit seinem Landmann „Mixa“ Järvinen, dem in Finnland ausgebildeten Borna Rendulic und Samuel Soramies, dessen Vater Antti gebürtiger Finne ist – nur weil die sich eben auf dem Eis auf Suomi unterhalten können. „Mancher Witz erzählt sich auf Finnisch leichter“, sagt Frohnatur Huhtala lachend, „aber unsere Hauptsprache hier ist ja eh Englisch. Und an meinem Deutsch muss ich noch arbeiten ...“

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