Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Starke Adler haben noch Luft nach oben

Der Topscorer der Adler: Markus Eisenschmid.
Der Topscorer der Adler: Markus Eisenschmid.

Immer wieder verletzte Spieler. Trotzdem viele Punkte. Und nur ein Corona-Fall. Die Adler Mannheim sind ausgesprochen gut durch die erste Phase dieser ungewöhnlichen Eishockey-Saison gekommen. Ihre Favoritenrolle haben sie eindrucksvoll bestätigt. Doch es gibt zumindest eine Baustelle.

Zwölf Tore, zwölf Vorlagen, macht 24 Scorerpunkte in 24 Spielen. Passt ja perfekt. Für diese runde Zwischenbilanz hat Markus Eisenschmid, der Topscorer der Adler, am Sonntag im letzten Vorrundenspiel gegen einen Kontrahenten aus der Südgruppe noch einmal zugelangt. Mit einer kleinen Bewegung, einer minimalen Richtungsbeeinflussung des Pucks vor dem 1:0 gegen Augsburg.

Möglicherweise wäre die Scheibe, abgefeuert von Thomas Larkin, auch so reingegangen – zumal Stefan Loibl dem gegnerischen Torwart geschickt die Sicht nahm. Doch Verteidiger Larkin war alles andere als sauer darüber, dass sich Eisenschmid mit seinem sicheren Instinkt da noch mal eingemischt hat und so den statistischen Torerfolg abstaubte. Im Gegenteil: „Ich bin sehr froh, dass Eisi da den Stock noch reingehalten hat. Den hat er toll abgefälscht.“

„Ein sehr reifes Team“

Diese Einstellung der Mannschaft, dieses positiv gemeinte Gönnerhafte, bestätigt Craig Schira in seinem Urteil: „Als ich hierherkam, merkte ich, dass das ein sehr reifes Team ist.“ Schira, am Neujahrstag als Neuzugang aus Schweden eingeflogen, war bisher der einzige Adler-Profi mit Corona – und er brachte das Virus von draußen, aus Schweden, mit. Spricht dafür, dass auch in pandemischer Hinsicht die Disziplin im Kader und in der gesamten Organisation rund um die abgeschottete SAP-Arena stimmt.

Die sechs Süd-Kontrahenten haben sich als Jäger am klaren Tabellenführer aus Mannheim meist die Zähne ausgebissen. Jetzt dürfen die sieben Nord-Teams ran. Ein straffes Programm steht ab Montag (Heimspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg) an: 14 Spiele in vier Wochen. „Dann geht’s echt nur noch zack-zack-zack“, weiß Verteidiger Sinan Akdag und ist deshalb dankbar für diese spielfreie Woche und die Zeit, „seinen Körper zu analysieren und etwas zu erholen“.

Es gibt eine Baustelle

Ab Donnerstag bittet Pavel Gross wieder zum Mannschaftstraining aufs Eis. Beachtliche Punktausbeute hin, Tabellenführung her – dieser Trainer sieht immer Verbesserungsmöglichkeiten. Beispiel Überzahlspiel: 14 Prozent Effizienz, das ist zu wenig. „Powerplay, darüber braucht man gar nicht zu reden“, sagt Gross. Und tut es dann doch: „Da ist viel Potenzial, wenn ich es mal sanft ausdrücke.“ Das Baustellenschild steht also schon.

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