Fussball
Sollte Uli Hoeneß ein zweites Mal anrufen ....
Wenn Uli Hoeneß am späten Samstagabend schon wieder bei seinem Neffen Sebastian anruft, dann hat der FC Bayern München ein Problem. Denn genau so war es Ende September. Uli Hoeneß, der Ehrenpräsident, klingelte bei Sebastian Hoeneß kurz durch – und gratulierte dem Trainer der TSG 1899 Hoffenheim, dem Sohn von Bruder Dieter, zähneknirschend zum 4:1-Sieg gegen den FC Bayern München. „Er hat uns beglückwünscht, glücklich war er sicher nicht“, erzählte der Coach.
Duell in Allianz-Arena
Am Samstag (15.30 Uhr) nun steht in der Münchner Allianz-Arena das Rückrunden-Duell an. Viel ist passiert seitdem. Die Bayern hatten ein paar Problemchen, die Hoffenheimer hatten gewaltige Sorgen – beide sind nun aber wieder in der Spur. Die Bayern führen die Tabelle mit sieben Punkten Vorsprung an, die Hoffenheimer verbuchten jüngst sieben Punkte in sieben Tagen. „Das war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Wir stabilisieren uns gerade. Wir schauen, dass wir den Weg weitergehen“, sagte Sebastian Hoeneß, der sich wunderte, dass bei der Online-Pressekonferenz mehr Medienvertreter als sonst an den Schirmen saßen.
Sebastian Hoeneß mit viel Vorfreude
Aber natürlich ist das ein großes Thema: Sebastian Hoeneß. München. Die Rückkehr. „Vorfreude“, spürt der 38-Jährige. „Für mich ist es etwas Besonderes, ich habe lange dort gearbeitet.“ Es sind sogar besondere Wochen für ihn, denn vor zehn Tagen war er in Berlin zum Gastspiel bei Hertha BSC, dort war er Spieler und Jugendtrainer. Ob er sich vorstellen könne, einmal die Profis der Bayern zu trainieren, wurde Sebastian Hoeneß am Donnerstag gefragt. „Das ist aktuell wirklich sehr, sehr weit weg. Ich habe da noch nicht drüber nachgedacht. Es ist natürlich für jeden Trainer mal ein Traum für einen Klub wie den FC Bayern zu arbeiten. Ich bin gut beraten, in der Gegenwart zu leben“, sagte er, bis vergangenen Sommer für die zweite Mannschaft der Bayern zuständig.
Der erste Wind hat ihm im Kraichgau ins Gesicht geblasen, die TSG 1899 startete schwach ins neue Jahr. Nun sind die schlimmen Corona-Wochen abgehakt, die Trainingsarbeit trägt Früchte. Spieler kehren zurück. Und die Erfolge stellen sich ein.
4:1 im September dank Kramaric
Im September erwischte die TSG den Favoriten auf dem falschen Fuß. Der Champion hatte gerade den europäischen Supercup mit einem Sieg gegen den FC Sevilla gewonnen, war dominant, aber nicht so zwingend wie sonst – und Andrej Kramaric traf denn in der letzten Viertelstunde zweimal.
Man kann also davon ausgehen, dass die Bayern schon etwas nachtragend sind und die Sache heute wieder zurecht rücken wollen. Leon Goretzka und Javi Martinez wurden positiv auf Corona getestet, fehlen den Bayern ebenso wie Ersatztorhüter Alexander Nübel. Er verletzte sich am Sprunggelenk. Bundestrainer Joachim Löw ist vor Ort.