Eishockey
So taumelten die Adler Mannheim gegen die Haie in die Krise
„Die Sonne geht morgen wieder auf“, sagte Bill Stewart und beendete mit diesen Worten seine Einlassung zu einem Spiel, dass all jenen, die es mit den Adlern Mannheim halten, nicht gefallen haben konnte. Wenige Wochen vor dem Start der Play-offs haben sich die Adler, deren Cheftrainer Stewart ist, in eine Krise hineinmanövriert. Zum Höhepunkt des Mannheimer Faschings kassierten die Mannheimer die höchste Heimniederlage der laufenden Spielzeit. Gegen die Kölner Haie stand am Ende eine bittere 2:5 (0:1, 1:4, 1:0)-Niederlage: „Köln hat Play-off-Eishockey gespielt und wir müssen einen Weg finden, Play-off-Eishockey zu spielen“, sagte Stewart.
Ein Faustkämpfchen zu Beginn
Hier und da liefen doppelt verkleidete Menschen durch die Umläufe der Arena, manch einer hatte ein Adler-Trikot mit einem Cowboyhut kombiniert. Es passte zur Gesamtgemengelage, denn es verfestigte sich der Eindruck, dass ein Teil der Besucher gekommen war, um die Eishockeycracks ein wenig und sich selbst viel zu feiern. Ein bisschen Stimmung kam auf, als sich Adler Matthias Plachta und der Kölner Nicholas Bailen ein Faustkämpfchen lieferten (4.).
Anschließend herrschte mehrheitlich Tristesse vor, die durch den Kölner Führungstreffer von Maximilian Kammerer verstärkt wurde (5.). Die Haie kontrollierten die Begegnung in den ersten 20 Minuten, ehe sie nach der ersten Drittelpause zulegten und den Vorsprung prompt ausbauten. Andreas Thuresson (25.) und Jason Bast (30.), zweiterer im Powerplay, schossen eine 3:0-Führung der Westdeutschen heraus.
Laute Pfiffe nach 40 Minuten
Die Tristesse auf den steilen Rängen der Arena hatte sich inzwischen gewandelt, es gab jetzt Pfiffe für verunglückte Situationen der Heimmannschaft. Nur kurzzeitig hellte sich die Stimmung auf, nachdem Sinan Akdag das 1:3 für die Adler geglückt war (33.). Die Pfiffe aus den Mündern eines beträchtlichen Teils der 9677 Zuschauer nahmen nach Ablauf des zweiten Drittels erheblich zu, was an weiteren Kölner Treffern durch Louis-Marc Aubry (36.) und Stanislav Dietz (39.) lag.
Selbst eine Keilerei zwischen dem Mannheimer Lean Bergmann und Carter Proft ging verloren, der Kölner wirkte deutlich aktiver und treffsicherer (40.). „Ein Stück weit macht man das bewusst“, erklärte Bergmann nach der Partie. Ein bisschen baute der Stürmer Frust ab, ein bisschen setzte er ein Zeichen nach außen und ein bisschen schützte er den eigenen Torhüter, der zuvor aus Sicht Bergmanns zu hart angegangen worden war.
Ein bisschen Mut im letzten Drittel
Immerhin eine etwas Mut spendende Erkenntnis gab es aus Fansicht: Die Adler arbeiteten in den finalen 20 Minuten dieses insgesamt ernüchternden Abends daran, den Eindruck aufzuhübschen. Stefan Loibl (44.) traf zum 2:5 und anschließend bestimmten die Schützlinge von Bill Stewart das Geschehen auf dem Eis. Weitere Tore gab es nicht mehr, aber immerhin fiel das Pfeifkonzert nach der Schlusssirene etwas leiser aus als noch nach dem zweiten Drittel.