Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Shelly-Ann Fraser-Pryce läuft bei WM Hammerzeit

Gegen den dynamischen Laufstil der Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce war kein Kraut gewachsen.
Gegen den dynamischen Laufstil der Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce war kein Kraut gewachsen. Foto: REUTERS

Wer sollte Shelly-Ann Fraser-Pryce schlagen? Keine traute sich, keine konnte es. 10,80 in Runde eins, 10,81 Sekunden im 100-m-Halbfinale und dann 10,71 Sekunden bei ihrem vierten Titelgewinn über 100 Meter. Sensationell. Ein Raketenstart und fliegende Haare in Regenbogenfarben. Gegen den dynamischen Laufstil der Jamaikanerin war kein Kraut gewachsen. Dina Asher-Smith, die Britin, lief im Landesrekord von 10,83 Sekunden zu Silber und Marie-Josee Ta Lou von der Elfenbeinküste holte in 10,90 Sekunden Bronze.

Ganz jäh geplatzt sind die Träume der beiden deutschen Sprinterinnen, vielleicht doch ins Finale zu kommen. Dazu wären 11,10 Sekunden notwendig gewesen, eine Zeit, die beide laufen können. Nur: Es klappte nicht. Sie machten lange Gesichter, konnten sich ihre Zeiten von 11,29 und 11,30 Sekunden und die Plätze 18 und 20 nicht wirklich erklären.

Gina Lückenkemper (22) redete sich wenigstens auf ihre Art etwas den Frust vom Leib: „Ja, natürlich – scheiße. Was anderes kann man nicht sagen. Ich wäre gerne schneller gerannt. Viele langsamer als in Runde eins war es ja auch nicht“, sagte die Blondine etwas bedröppelt. Ihren Lauf bezeichnete sie als „keine Meisterleistung. Ich habe Rückenprobleme gestern Abend bekommen, kann sein, dass sie sich durch den Körper durchgezogen haben. Meine Schmerzen in den Beinen sind schlimmer geworden“, sagte Lückenkemper, die die Probleme im „Warm up“ nicht weg bekam. „Das Fliegen hintenraus, wie noch am Tag davor, das kam einfach nicht“.

Pinto tut sich schwer mit Erklärungsversuchen

Tatjana Pinto tat sich etwas schwerer, ihre unerklärlichen Fehltritte zu begründen. Schon gar nicht so unmittelbar nach dem Lauf: „Es war nicht das perfekte Rennen. Als ich mich aufgerichtet habe, konnte ich meine Beine irgendwie nicht spüren. Das war total komisch“, erinnerte sich Pinto, die zwar den Übergang ins schnelle Laufen schaffte. „Ich wollte ein bisschen Druck machen. Es war ganz merkwürdig, ich konnte nicht locker laufen. Es war sehr ärgerlich und enttäuschend.“

Ratlosigkeit machte sich breit. So viel haben die beiden investiert und dann stehen sie mit nichts da. Pintos Wunsch, nach den 11,19 Sekunden am Tag davor, schneller ins Ziel zu rennen, erfüllte sich nicht. Ihr Problem: Sie startete schon ganz außen auf Bahn neun, und dann fiel auch noch Tori Bowie neben ihr aus. „Da kommt man sich schon ein wenig verloren vor, wenn man keine Orientierung hat. Ich musste mein Ding für mich alleine durchziehen“, sagte Tatjana Pinto. ku

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