Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel SC Freiburg begeht keinen Diebstahl

Angelo Stiller ist enttäuscht, während die Freiburger feiern.
Angelo Stiller ist enttäuscht, während die Freiburger feiern.

Fussball: Der SC Freiburg bastelt weiter an der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte. Der Sprung in den Europapokal ist bereits geschafft. Darf’s ein bisschen mehr sein? Trainer Christian Streich hat nur ein Ziel.

Nach dem 4:3 im badischen Derby bei der TSG 1899 Hoffenheim gab sich der Freiburger Trainer betont sachlich. Ob er sich denn nicht freue, wurde er gefragt. „Ich war noch nicht so oft in einem europäischen Wettbewerb, und ich bin schon lange Trainer“, sagte er. Bedeutet: Na klar doch! „Für Freiburg ist es etwas ganz, ganz Besonderes, international spielen zu können. Aber wir haben es nicht gestohlen“, formulierte er.

Freiburg hat ein Vorbild

Streich wandelt mit dem SC auf den Spuren eines anderen Klubs. „Wir haben in dieser Saison ein großes Vorbild gehabt, und das ist Union Berlin.“ Die Erklärung dafür liegt auf der Hand. Der Berliner Verein zeigt nach der Qualifikation für die Conference League erneut eine starke Saison, trotz des Abgangs von Max Kruse. Dem 1. FC Union will der SC nacheifern. Überhaupt Union Berlin. Champions League? Europa League? Conference League? Streich dachte am Samstag nur an Union, als den nächsten Gegner. „Da wollen wir erfolgreich sein, das wird schwer genug.“

Coach beeindruckt

Der Coach war beeindruckt von seiner Mannschaft, die sich von der offensiv diesmal wieder starken Hoffenheimer Elf nicht aus der Bahn werfen ließ. „Es ist außergewöhnlich, dass die Mannschaft so eine Mentalität abruft, wo sie doch so viel Kraft im Pokal und in der Liga gelassen hat“, betonte Streich. In einem packenden Derby kamen die Freiburger durch Tore von Roland Sallai, Christian Günter, Lucas Höler und Woo-Yeong Jeong bei Gegentreffern von Andrej Kramaric, Angelo Stiller und Sebastian Rudy zu einem verdienten Erfolg.

Günter: Setzen Teams unter Druck

„Wir haben die zwei Mannschaften vor uns unter Druck gesetzt“, meinte Kapitän Christian Günter. „Und wenn man so kurz vor dem Ende so weit oben steht, dann müssen wir jetzt nicht über den Abstieg reden.“

Nach dem Heimspiel gegen Union am Samstag geht es am letzten Bundesliga-Spieltag zum direkten Konkurrenten Bayer Leverkusen, der große Saisonhöhepunkt ist dann das DFB-Pokal-Endspiel am 21. Mai in Berlin gegen RB Leipzig. „Die letzten Jahre waren wir immer lange oben dabei, haben am Ende allerdings nicht gepunktet. Nun sind wir mittendrin, haben einen wichtigen Sieg geholt. Es ist wichtig, kommende Woche zu gewinnen, um am letzten Spieltag ein Endspiel zu haben“, sagte Stürmer Lucas Höler.

Hoeneß gibt nicht auf

Der badische Konkurrent ist gerade dabei, auf der Zielgeraden alles zu verspielen. Nach dem guten 1:1 gegen den FC Bayern schienen der TSG 1899 Hoffenheim alle Türen offen zu stehen, seit Mitte März gelang aber kein Sieg mehr. Erst wurde die Champions League verspielt, dann die Europa League, die zu erreichen kaum noch möglich ist. Erklärungen? „Wir hauen jede Woche alles rein. Die Saison spricht für sich: Wir hatten viele Verletzungen und Coronafälle. Wir konnten uns nicht einspielen, was keine Ausrede ist. Wir kamen nicht in Tritt und hatten das Momentum nicht auf unserer Seite“, meinte Aufsteiger David Raum.

Trainer Sebastian Hoeneß denkt nicht daran, nun aufzugeben. „Nach sechs Punkten. Wir werden nicht aufhören, wir haben sechs Punkte zu holen, um noch eine theoretische Chance auf den Europapokal zu haben. Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. Die Jungs hören nicht auf. Die Mannschaft lebt und hat Energie“, betonte er. Die Analyse hat begonnen ...

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