Fussball Südwestdeutscher Fußballverband empfiehlt Amateursaison bis 31. August auszusetzen

Wie stehen die Vereine zum Vorschlag, die Saison nicht abzubrechen, sondern auszusetzen? Das möchte der Südwestdeutsche Fußballv
Wie stehen die Vereine zum Vorschlag, die Saison nicht abzubrechen, sondern auszusetzen? Das möchte der Südwestdeutsche Fußballverband von den Klubs wissen.
Hans-Dieter Drewitz.
Hans-Dieter Drewitz.

Das Präsidium des Südwestdeutschen Fußballverbandes empfiehlt den Vereinen aufgrund der Corona-Pandemie, die Saison 2019/20 von der Verbandsliga an abwärts bis zum 31. August auszusetzen. Geisterspiele, sagt Präsident Hans-Dieter Drewitz, sind im Amateurfußball „nicht möglich“. Nun soll die Meinung der Vereine eingeholt werden.

In einer Videokonferenz hatte sich das Präsidium am Mittwochabend einstimmig auf eine solche Empfehlung verständigt. Der seit fünf Wochen ruhende Spielbetrieb soll, soweit es die staatlichen Verfügungen zulassen, frühestens am 1. September fortgesetzt werden, heißt es in einem von Präsident Hans-Dieter Drewitz und Geschäftsführer Michael Monath unterzeichneten Schreiben an die Vereine. Der Präsident betont jedoch im Gespräch mit der RHEINPFALZ, dass auch der 1. September als Termin wohl nicht zu halten sein wird. Vielmehr sei dies ein Signal an die Vereine, dass man vorher nicht mit der Aufnahme des Spielbetriebs rechnen müsse.

Meinung der Vereine hören

Die Klubs sollen eine Vorlaufzeit von fünf Wochen erhalten, um sich auf die Fortsetzung vorbereiten zu können. Wobei Drewitz wichtig ist: Das Präsidium mache hier nur einen Vorschlag. Es gehe zunächst einmal darum, die Meinung der Vereine zu hören – bis 4. Mai.

„Eine Wiederaufnahme der Saison bedeutet, dass die Runde 19/20 sportlich zu Ende geführt werden kann und wir sportlich einen Meister und entsprechende Absteiger ausspielen können. Ein Abbruch würde in jedem Fall bedeuten, dass es zu einem erheblichen Eingriff in den Ablauf einer Runde kommen würde und wir zum Beispiel nur als Momentaufnahme Platzierungen zur Grundlage von Meisterschaften und Aufstiegsberechtigungen machen würden“, teilte Drewitz mit.

Was ist mit der Wechselfrist?

Was bedeutet aber eine Aussetzung der Saison für die Wechselfrist im Sommer? „Die FIFA und der DFB haben auch hier die Möglichkeit eröffnet, je nach dem gewählten Modell die Wechselfristen anzupassen.“ Solche Modelle seien in der Erarbeitung. Denkbar wäre, die Frist in diesem Sommer wie eine Periode im Winter zu behandeln. Der Präsident betonte auch, dass dies nichts mit Verträgen zu tun hat, die Vereine mit Spielern abgeschlossen haben. Darauf habe der Verband keinen Einfluss.

Pragmatische Lösung für Jugend

Was die Nachwuchsklassen betrifft, so bestehe Einigkeit, dass für die Jugend durch deren Vertreter „pragmatische Lösungen“ gefunden werden sollen. Sollte die Saison wieder aufgenommen werden, dann mit den gleichen Mannschaften wie bislang – und nicht mit neuen Jahrgängen.

Geisterspiele können sich Drewitz wie auch Geschäftsführer Monath im Amateurfußball nicht vorstellen. Hier sei man auf Zuschauereinnahmen angewiesen. „Außerdem muss man wissen, dass bei Geisterspielen alle beteiligten Mannschaften jeweils vor und nach den Spielen Coronatests durchlaufen müssen und auch gesonderte Unterkünfte brauchen. Das alles ist im Amateurfußball nicht möglich.“ Vom weiteren Verlauf hänge ab, wann und ob es eine Saison 20/21 geben werde – oder ob es vielleicht nur eine Saison 19/21 gebe.

Was, wenn Vereine dagegen sind?

Was ist aber, wenn es von Seiten der Vereine keine Mehrheit für eine Aussetzung der Saison bis 31. August geben sollte? „Dann ist das auch kein Beinbruch. Jeder Verein hat seine eigene Vita, hat seine eigenen Interessen, sein eigenes Schicksal. Es gehört zur gegenseitigen Wertschätzung, unterschiedliche Interessen zu respektieren. Uns ist diese Meinungsbildung wichtig“, sagt Drewitz. Mehr als 1000 Vereine gehören dem Verband an, wobei nicht alle auch am Spielbetrieb teilnehmen.

Sollte es für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs keine Mehrheit geben, sondern ein Abbruch gewünscht werden, dann werde der Südwestdeutsche Fußballverband mögliche Abbruchszenarien zur Abstimmung stellen. Der Präsident geht davon aus, dass für einen Abbruch einer Spielzeit ein Beschluss eines außerordentlichen Verbandstages als Online-Umfrage notwendig ist.

Offene Fragen in Oberliga

Die Vertreter der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar sollen am 29. April zu einer Videokonferenz eingeladen werden. „Wir wollen wissen, wo drückt der Schuh? Wir wollen gemeinsam diskutieren, wie es weitergehen soll“, kündigt Drewitz an.

Offen ist zudem, wie es mit den Kreispokal-Wettbewerben und dem Verbandspokal weitergeht. Speziell beim Verbandspokal hat der Präsident die Hoffnung, dass die beiden ausstehenden Spiele noch fortgesetzt werden können. „Am liebsten wäre mir natürlich ein Halbfinale zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem SV Morlautern mit Zuschauern.“ Mit dem SV Alemannia Waldalgesheim steht ein Finalteilnehmer bereits fest.