Fussball
Ronaldo-Videos bleiben im Schrank
Eines wird Matthias Ginter, der Innenverteidiger von Borussia Mönchengladbach, in den letzten Stunden vor dem wegweisenden Spiel gegen Portugal nicht tun. „Ich schaue mir jetzt nicht seine Best-of-Szenen an. Das könnte nicht gut enden“, meinte er. „Aber wir werden sehr gut vorbereitet vom Scouting-Team, da werden Stärken und Schwächen aufgelistet und da sind auch Video-Sequenzen dabei. So habe ich das auch gegen Frankreich gemacht. Auch von Dembélé oder Coman, die dann nicht gespielt haben. Man muss sich ja bestmöglich vorbereiten“, verriet der 27-Jährige.
Den portugiesischen Superstar kennt er aus der Champions League. „Ich habe mit Dortmund das eine oder andere Mal gegen ihn gespielt. Er zählt immer noch zu den besten Stürmern der Welt, hat eine unglaubliche Erfahrung, hat im ersten Spiel zwei Tore gemacht. Da gilt es, höllisch aufzupassen. Aber nicht nur bei ihm, grundsätzlich hat Portugal eine sehr gute Offensive“, sagte Ginter, der beim Auftakt gegen Frankreich ein gutes Spiel machte.
Letzte Pas hat gefehlt
Was nimmt Ginter mit nach der 0:1-Niederlage gegen den Weltmeister am Dienstag? „Ich glaube, wir haben alles in die Waagschale geworfen, man hat gemerkt, dass wir wollten. Im letzten Drittel hat der letzte Pass gefehlt, wir haben uns keine zwingende Torchancen herausgespielt. Um das zu schaffen, sind alle gefragt“, sagte der Abwehrspieler.
Er schaute durchaus zuversichtlich in die nahe Zukunft. „Wir waren alle sehr enttäuscht. Aber spätestens am Mittwochmittag hatten wir dieses Jetzt-erst-recht-Gefühl, nach vorne zu schauen, uns voll auf Portugal zu konzentrieren, uns voll da einzulassen, dass wir noch alles geradebiegen können“, sagte Ginter. „Wenn wir an ein paar kleinen Stellschrauben drehen, werden wir ein positives Ergebnis haben.“
Portugal, der Lieblingsgegner
Ginter stand schon im Kader, der im Jahr 2014 in Brasilien den Weltmeistertitel holte. Und vielleicht hilft ja in dem Fall der Blick zurück, denn damals besiegte die deutsche Elf in einem begeisternden ersten Spiel Portugal mit 4:0. In den letzten vier Spielen gab es vier Siege gegen Portugal, sprechen wir einfach von einem Lieblingsgegner der deutschen Elf. Ginter relativierte mit Blick auf das 4:0 von 2014: „Das ist schon sehr, sehr weit weg. Es ist eine schöne Erinnerung, ich war damals 20 Jahre, gleich 4:0, das war ein Riesenerlebnis, dass wir so gut gestartet sind. Heute spielt es keine Rolle, hat keine Bedeutung mehr.“
Matthias Ginter war zu Wochenbeginn kurz in den Schlagzeilen, weil Bayer Leverkusen ihn anscheinend gerne verpflichten würde. Sein Vertrag bei Borussia Mönchengladbach läuft noch ein Jahr. Für Ginter ist das Thema im Moment kein vorrangiges. „Es wäre ein bisschen komisch, wenn ich mich da rausnehmen würde und sage, ich mache mein eigenes Ding, damit ich meine Bühne habe“, erklärte der Verteidiger. Am Donnerstag hieß es, der FC Barcelona habe Interesse.
Wie sieht er seine Vertragssituation? „Es gibt gar nicht so viel zu besprechen. Es gab noch keine Verhandlungen oder andere Gespräche, was ja auch ganz normal ist während eines Turniers“, sagte er.
Ist Emre Can eine Option
Wenn es um das Thema Veränderungen geht für den Samstag, dann fällt auch immer mal wieder der Name Emre Can. „Wir haben die Qualität. Gegen Frankreich war nicht unser schlechtestes Spiel. Wir können mehr. Wir haben zu wenig Torchancen herausgespielt, müssen mutiger sein. Das Gute ist, dass wir beide Systeme spielen können“, betonte Can.
Der Defensivspieler von Borussia Dortmund: „Wir müssen sauberer werden. Es haben Kleinigkeiten gefehlt, das müssen wir abstellen, dann wird es auch besser.“
Emre Can liebt das körperbetonte Spiel, in der Abwehr oder im Mittelfeld, er sagt aber auch: „Ich kann auch Fußball spielen.“

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