Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Reifer, schneller, cleverer – Denis Reul, der neue Adler-Kapitän

1,93-Meter-Mann: Denis Reul, der neue Adler-Kapitän.
1,93-Meter-Mann: Denis Reul, der neue Adler-Kapitän.

Neue Saison, neuer Kapitän: Denis Reul führt die Adler Mannheim in der Deutschen Eishockey-Liga am Freitagabend (19.30 Uhr) in Straubing aufs Eis. Buchstäblich eine Wahl, die vor einigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre.

Und das nicht etwa, weil dem zwar nach außen stillen, aber im Team hochgeschätzten Reul grundsätzlich die Fähigkeiten zur Ausübung dieses Amtes gefehlt hätten. Sondern einfach deshalb, weil er in jungen Jahren viel Zeit auf der Strafbank verbrachte und entsprechend nicht so viel auf dem Eis. Das hat sich grundlegend geändert – weil der natürlich immer noch physisch spielende Abwehrhüne sich enorm weiterentwickelt hat. „Ich habe eine Anpassung durchgemacht“, sagt Reul (32) im RHEINPFALZ-Gespräch: „Ich habe über die Physis meinen Platz in der Mannschaft erst gefunden. Aber über die Jahre wächst die Erfahrung, wie man in die Zweikämpfe zu gehen hat.“

Reul kann viel mehr als nur Checken

Früher sahen die Schiedsrichter nach einem Check an der Bande schon die Trikotnummer 29, und das Urteil war gefällt: Strafzeit. „Heute muss ich immer noch mehr aufpassen als ein kleinerer oder nicht so kräftiger Spieler“, weiß Reul. Aber er geht auch cleverer in die Duelle – und ist, das findet nicht nur sein Trainer Pavel Gross, schneller und spritziger geworden. „Wir wussten“, spricht Gross für sich und seinen für die Defender zuständigen Assistenzcoach Mike Pellegrims, „dass er mehr Potenzial hat, als nur zum Checken oder Fighten da zu sein.“ Reul bestätigt: „Es wird gern gesehen, wenn ich auch mal nach vorn vors Tor gehe, so lange ich meine Abwehraufgaben nicht vernachlässige.“

In der abgebrochenen Saison 2019/20 gelangen „Robo“ sieben Tore – Bestmarke. „Er hat seinen Schuss verbessert“, weiß Pavel Gross und lobt die Wahl der Mannschaft, die Reul in der Abstimmung das „C“ (für Captain) auf der Brust verschaffte: „Er ist Kapitän, weil er etwas darstellt und verkörpert, auf dem Eis und in der Kabine.“ Beispielhaft sei, so betont der Trainer, dass keiner so viele Schüsse des Gegners blocke wie eben Reul. Dafür muss man Spaß verstehen und buchstäblich schmerzfrei sein ...

Große Personalsorgen vorm Auftakt

Dass inzwischen fünf Teamkollegen (Lean Bergmann, am Donnerstag ebenfalls positiv getestet; zudem Moritz Wirth, Joonas Lehtivuori, Markus Eisenschmid, Florian Elias) in Covid-19-Quarantäne sind, ist für Reul ein Indiz, dass auch diese, für die Adler bei den Straubing Tigers beginnende Saison im Zeichen von Corona stehen wird: „Wenn jetzt noch mehr aufmacht, Schulen und Kitas ja auch, wird es wohl schwer werden, das hier völlig fernzuhalten.“ Zum Auftakt fehlen außerdem neben David Wolf auch der angeschlagene Mark Katic und Thomas Larkin, der für die Zivilverhandlung wegen seines fast vier (!) Jahre zurückliegenden harten Checks gegen Daniel Paillé (Brynäs IF) noch bis Freitag in Schweden weilt. Im Training füllten Aradiusz Dziambor (19) und Philipp Preto (20) die Abwehr um die vier verblieben gestandenen Defender (Reul, Melart, Holzer, Akdag) auf. Gross stellt klar: „Wir werden das nicht als Ausrede nehmen. “

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