Fussball RB Leipzig muss jetzt die Saison retten

Dieses Bild sagt mehr als 1000 Worte: deprimierte Leipziger in Glasgow.
Dieses Bild sagt mehr als 1000 Worte: deprimierte Leipziger in Glasgow.

Nach zwei Niederlagen in der Fußball-Bundesliga machte es Leipzig in der Europa League in Glasgow auch nicht besser. Den Sachsen droht nach der bisher überzeugenden Rückrunde ein ganz bitterer Ausklang der Saison.

Als die noch immer tief enttäuschten Leipziger Glasgow am Freitagmorgen verließen, ging es für sie um nicht weniger als die Rettung der Saison. Mit dem Aus in der Europa League bei den Rangers verspielte RB nicht nur den ersten europäischen Titel der Klubgeschichte, sondern auch den Plan B für den Einzug in die Champions League. Den normalen Weg in die Königsklasse über die Bundesliga haben die Sachsen nicht mehr in der eigenen Hand, entsprechend angespannt ist die Stimmung in der Mannschaft und vor allem in der Chefetage.

„Wir haben noch zwei Spiele in der Bundesliga, wo wir uns möglicherweise für die Champions League qualifizieren“, sagte Klubboss Oliver Mintzlaff. Und durch das verpasste Finale in Europa habe man „dann den Kopf frei und nicht noch eine harte Belastung vor dem Pokalfinale. Wir werden uns kleine Strohhalme suchen.“ Man könnte auch sagen, Leipzig wird daran klammern müssen.

Von der Atmosphäre beeindruckt

Drei Tage vor dem Pokalfinale am 21. Mai in Berlin gegen Freiburg hätte RB dennoch gern in Sevilla um die Europa League gespielt. Doch im elektrisierenden Ibrox war Leipzig einfach zu beeindruckt von der Atmosphäre, verspielte beim 1:3 den 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel. Hinterher verzichtete man bei RB größtenteils auf die üblichen Phrasen, dass man ja noch eine junge Mannschaft sei und Erfahrungen sammeln müsse. „Grundsätzlich waren wir schon so oft in solchen Situationen und haben immer wieder die gleichen Fehler gemacht, auch kindische Fehler“, bekannte Mittelfeldspieler Konrad Laimer: „Jetzt wird es Zeit, daraus zu lernen und das abgezockter zu machen. Wir sind vielleicht zu nett, dann ziehst du so ein Spiel nicht.“

Pokalsieg nur ein Trostpreis?

Gezogen werden soll nun das Pokalfinale. Doch verpasst Leipzig tatsächlich die Königsklasse über die Liga, könnte auch ein Sieg in Berlin gegen den SC Freiburg wie ein Trostpreis wirken. Der Klub braucht die Champions League vielleicht nicht zwingend aus finanzieller Sicht, auf jeden Fall aber, um die aktuelle Mannschaft zu halten und dann noch zu verstärken. Jüngst hat Mintzlaff immer wieder betont, man werde den vielumworbenen und bis Sommer 2024 gebundenen Topscorer Christopher Nkunku auf jeden Fall halten. Beim Verpassen der Königsklasse stellt sich natürlich die Frage, mit welchen Argumenten das geschehen soll. Dasselbe gilt für Laimer, dessen Vertrag schon ein Jahr früher ausläuft.

In der angespannten Gesamtlage muss Trainer Domenico Tedesco zeigen, was er als Krisenmanager kann – schon am Sonntag gegen den FC Augsburg. Dabei hat sich der 36-Jährige selbst in eine unbequeme Situation manövriert. Vor dem Spiel bei den Rangers ließ sich Tedesco zu der Aussage hinreißen, dass es immer noch „eine super, super Saison gewesen“ sei, selbst „wenn wir jetzt jedes Spiel verlieren“. Die Chefetage dürfte da anderer Meinung sein.

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