Kommentar
Problematisch
Die Europäische Handballföderation hat das Final Four der Champions League in Köln auf den 28. und 29. Dezember gelegt. Wohl wissend, dass noch 20 K.o.-Spiele ausstehen. Oder nimmt man einfach die ersten Vier der zwei Vorrundengruppen? FC Barcelona, Paris Saint Germain, THW Kiel und Telekom Veszprém? Wäre das gerecht? Wären die anderen damit einverstanden?
Ein Alleingang
Das Final Four wurde zum dritten Mal wegen der Corona-Krise verlegt, wohl wissend, dass rund zwei Wochen danach die Weltmeisterschaft in Ägypten beginnt, Stand jetzt zumindest. An einem 28. und 29. Dezember weilen die Auswahlspieler sonst bei ihren Nationalmannschaften. Was für ein Stress. Nach RHEINPFALZ-Informationen war der neue Termin nicht mit der Internationalen Handballföderation, also dem Weltverband, abgestimmt. Das erinnert ans Tennis und den Alleingang der Organisatoren der French Open, die kurzerhand vom Mai in den September wechselten. Wie war das noch einmal mit der neuen Solidarität in Corona-Zeiten?
Das Beispiel Sander Sagosen
Der Dezember-Termin ist problematisch, weil dann vermutlich – oder soll man sagen: hoffentlich – die neue Saison schon läuft. Die Kader der Teams werden sich verändern. Krass ist das Beispiel Sander Sagosen, der mithelfen wird, Paris St. Germain zum Final Four zu bringen, im Dezember im Dress des THW Kiel aber vielleicht den Pokal in die Höhe reckt. Absurd.
Dass alles zeigt: Die Verlegung ist keine gute Lösung. Die Handballer sollten geschlossen stehen. Denn heute dürfte die Bundesliga den Abbruch der unterbrochenen Saison bekannt geben. Der Europapokal sollte folgen.