Eishockey
Play-offs: Für die Adler beginnt das Drama nach acht Sekunden
Jetzt helfen nur noch Siege. Nach der 1:4 (0:1, 1:1, 0:2)-Niederlage beim ERC Ingolstadt droht den Adler Mannheim im Halbfinale der DEL das vorzeitige Saisonaus. In der Best-of-seven-Serie liegen die Adler jetzt mit 2:3 zurück und müssen am Montag (16.30 Uhr) gewinnen, um ein entscheidendes siebtes Spiel zu erzwingen. Vor allem offensiv werden die Adler zulegen müssen, wenn sie diese Serie noch auf ihre Seite ziehen wollen. Mit dabei sein wird nach seiner Sperre dann auch wieder Stürmer David Wolf.
Die erste Hiobsbotschaft gab es auf Adler-Seite schon vor dem Spiel. Verteidiger Joonas Lehtivuori war nicht einsatzbereit. Mannheim somit ohne drei etatmäßige Verteidiger. Simon Thiel rückte in den Kader, Nico Krämmer aus dem Sturm in die Abwehr.
Defensive auf beiden Seiten Trumpf
Die zweite Hiobsbotschaft dann nur acht Sekunden nach Spielbeginn. Dennis Reul konnte gegen Tye McGinn zwar noch verteidigen, aber Ty Ronning vollendete zur frühen Führung für die Hausherren (1.). Die Adler brauchten etwas, um sich von diesem Schock zu erholen, ohne jedoch große Torgefahr auszustrahlen. So entwickelte sich zunächst ein Spiel wie am Donnerstag, bei dem jeder Zentimeter auf dem Eis intensiv umkämpft war, es aber keine nennenswerten Torchancen gab. Das änderte sich jedoch. Arno Tiefensees Glanzparade gegen Justin Feser in Mannheimer Unterzahl war der Auftakt aufregender Schlussminuten (14.). Auf der Gegenseite scheiterte Borna Rendulic an Kevin Reich im Ingolstädter Gehäuse (16.). Kurz vor der Sirene dann noch ein Aufreger. Ronning bringt einen Nachschuss im bereits verschobenen Mannheimer Tor unter. Die Schiedsrichter entschieden auf „kein Tor“.
Das Mitteldrittel begann mit Ingolstädter Großchancen von Wayne Simson. Prallte dessen erster Schuss noch vom Pfosten zurück, parierte Tiefensee im darauffolgenden Chaos gegen ihn gleich zwei Mal großartig (24.). Insgesamt war aber weiterhin Defensive auf beiden Seiten Trumpf. Die Teams gaben sich gegenseitig nur wenig Zeit, jede Scheibe musste direkt weitergeleitet werden, weil der Gegenspieler bereits auf dem Schlittschuh stand.
Schlüsselszene: Gegentor zum 1:2
Aus dem sprichwörtlichen Nichts dann der 1:1-Ausgleich für die Adler. Taro Jentzsch brachte die Scheibe einfach zum Kasten und hatte Glück, dass Fabio Wagner seinem Torhüter die Sicht nahm (39.). Der erste Treffer für die Mannheimer nach 124 torlosen Minuten. Aber wieder wurden die Adler kalt erwischt. Nur 65 Sekunden später die Führung für die Panther. Matt Bodies Schuss wurde von Reul zwar geblockt, aber niemand war bei McGinn, der die Scheibe nur noch ins leere Tor schieben musste (40.). Für Adler-Verteidiger Fabriziu Pilu war dies die Schlüsselszene: „Das Gegentor darf uns nicht passieren, das müssen wir besser handhaben.“
Der Schlussabschnitt sah intensives Defensivhockey beider Teams. Stachowiaks Schuss war ein erstes Ausrufezeichen (42.). Für Mannheim traf Stefan Loibl nur Reichs Maske (44.). Rendulic stand dann zwei Mal im Mittelpunkt für die Adler, die sich schwer taten, Antworten auf die Ingolstädter Defensive zu finden. Erst traf der Kroate aus spitzem Winkel den Außenpfosten (50.), dann ging sein Schuss knapp vorbei (53.). Auch als die Mannheimer ihren Torhüter für einen weiteren Feldspieler vom Eis nahmen, hatten sie keine Einschusschance mehr. Stattdessen trafen Stefan Matteau (59.) und Enrico Henriquez (60.) ins verwaiste Mannheimer Tor.
Stefan Loibl wollte von einer Vorentscheidung aber nichts wissen: „Die Serie ist noch lange nicht vorbei, wir haben hier nur ein Spiel verloren und werden am Montag stärker zurückkommen.“