Kommentar Paris Saint-Germain: Ein Team ohne Geist

Neymar (rechts): Tricksen, aber nicht kämpfen.
Neymar (rechts): Tricksen, aber nicht kämpfen.

Paris Saint-Germain scheitert in der Champions League, weil eine Grundregel des Mannschaftssports weiterhin gilt. Gut so.

Es brach und bricht viel Häme sowie Schadenfreude über Paris Saint-Germain herein, weil es der Klub erneut nicht geschafft hat, den europäischen Fußball-Thron mit dem Einsatz hunderter Millionen von Euros zu erklimmen.

Viel wichtiger ist allerdings die Botschaft, die durch das Scheitern gesendet wird. Es genügt nicht, die besten Offensiv-Cracks zusammenzukaufen, um zu triumphieren. Die Summe der Einzelteile reicht in einem Mannschaftssport nicht, wenn die einzelnen Teile ihre Interessen über die der Gemeinschaft stellen.

Individualkönner schauen sich ungläubig an

Paris Saint-Germain Fußball spielen zu sehen ist auf den ersten Blick ein Genuss, weil jeder Offensivspieler über technische Fähigkeiten verfügt, jede Situation auf dem Spielfeld spielerisch zu lösen. Neymar und Messi dribbeln über den Platz, dass es eine wahre Freude ist, Mbappé sprintet mit dem Ball am Fuß schneller als die Kollegen ohne Spielgerät. Es ist eine Wonne, aber es ist nicht alleine ausschlaggebend für Erfolg oder Misserfolg.

Als Real Madrid aus einem 0:1-Rückstand eine Führung machte, schauten sich die Stars ungläubig an. Die Individualkönner finden keinen Ansatz, sich gegen Widrigkeiten aufzulehnen. Teamgeist beweist sich nicht beim freudigen Kombinieren, sondern beim miteinander gegen eine Niederlage ankämpfen.

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