FCK
Nicolas Sessa fiebert seinem FCK-Debüt entgegen
Nicolas Sessa kann seine Herkunft nicht leugnen. Man hört ihm an, woher er kommt. Damit ist nicht gemeint, dass seine Eltern aus Argentinien stammen. Nein, der „Schwoob“ drängt sich ein bisschen nach vorne, wenn er spricht. Sessa wurde in Stuttgart geboren und im Ländle groß, das Idiom bleibt fürs Leben. Aber Argentinien spielt bei den fußballverrückten Sessas natürlich eine große Rolle. Der „Albiceleste“, Nationalelf des Landes, sind sie eng verbunden. Sessas Vater hatte 2005 sogar Kontakt zu deren damaligem Zeugwart, so kam es, dass klein Nicolas Lionel Messi kennenlernen durfte. „Ich kann mich noch genau erinnern. Es war sein Debüt gegen Ungarn. Wir saßen in der Hotellobby, haben Mate getrunken und ein bisschen erzählt“, sagt Sessa. Messi war einst 18, Sessa 9. Messi flog vom Platz – doch startete alsbald eine Weltkarriere.
Manche nennen ihn „Mini-Messi“
Sessa war inspiriert. Es gibt Menschen, die ihn wegen seines Spielstils „Mini-Messi“ nennen. Sessa freut sich darüber, andererseits sei „mit Messi niemand zu vergleichen, auch ich nicht“. Sein schönstes Karriere-Tor bisher legt eine gewisse Ähnlichkeit nahe, ein 60-Meter-Solo im Trikot des VfR Aalen gegen Preußen Münster. „So was schafft man nicht immer, und das schafft auch nicht jeder.“
Mit Sessa hat der FCK einen außergewöhnlichen Spielertypus verpflichtet. Der 24-Jährige ist 1,70 Meter klein, agil, sein Tempo, das er in der Offensivzentrale und auf der Außenbahn auf den Rasen bringen kann, ist enorm. Er ist dribbelstark, hat einen markanten Tordrang, wagt den Abschluss aus der Entfernung. Er kann ein Spiel lesen und dirigieren, und er besitzt die Gabe des Schnittstellenpasses, um Mitspieler in Szene zu setzen. Kurz: ein Gestalter, der alles hat, um die Massen zu begeistern, sobald diese wieder ins Stadion dürfen.
Glück im Unglück
Der FCK profitierte davon noch keine Sekunde. Im ersten Training verletzte Sessa sich im rechten Knie, er ahnte sofort die drohende Pause. „So ein Gefühl hatte ich im Knie noch nicht“, sagt er, „ich dachte: Da stimmt was nicht.“ Glück im Unglück: Nichts war gerissen, der Bandapparat „nur“ stark überdehnt und gezerrt. Der Weg zurück erforderte Geduld, die Sessa zwangsläufig aufbrachte. „Wenn das Knie nicht hält, bringt es ja nichts, zu schnell zu viel zu wollen.“ So fieberte Sessa als zur Tatenlosigkeit verdammter Zuseher mit, als die Roten Teufel ein ums andere Mal an einem Sieg vorbeischrammten. Nun, an Spieltag neun, könnte der Moment gekommen sein, an dem Trainer Jeff Saibene den Namen Sessa beim Benennen des Kaders berücksichtigt.
Sessa kann es kaum erwarten
Sessa kann es kaum erwarten. 90 Minuten halte er noch nicht durch, aber in der Endphase könne er der Mannschaft schon noch mal Schwung verleihen und Impulse geben, sagt er. „Ich habe genug verpasst. Ich bin heiß.“
Am letzten Pass fehlte es dem 1. FC Kaiserslautern häufig in dieser Saison. Oder an einem Dribbling, wenn des Gegners Abwehrbeine müde sind. Ist Nicolas Sessas Zeit am Samstag in Zwickau gekommen?
Steckbrief
Name: Nicolas Sessa
Position: Mittelfeld
Geboren: 23. März 1996 in Stuttgart
Nationalität: Deutsch/Argentinisch
Größe: 1,72 Meter
Gewicht: 67 Kilo
Vertrag: bis 30. Juni 2022
Frühere Vereine: FC Erzgebirge Aue, VfR Aalen, VfB Stuttgart, TSG 1899 Hoffenheim, SGV Freiberg, SSV Reutlingen, 1. FC Normannia Gmünd.
