Fussball
Neuer Waldhof-Trainer stoppt Talfahrt nicht
Auch nach Spiel eins nach dem personellen Beben beim Waldhof, bei dem sich sowohl der Sportliche Leiter, Anthony Loviso, als auch Trainer Bernhard Trares verabschieden mussten, bleibt die Erkenntnis: Es wird sehr schwer für Mannheim, die Klasse zu halten. Gegen 1860 war der Waldhof in den ersten 30 Minuten feldüberlegen, dann nahmen die Münchener so langsam Fahrt auf und zeigten Mannheim die Grenzen auf – zumal der SVW mit haarsträubenden Fehlern 1860 zum Tore schießen einluden.
Vor dem 0:1 foulte Maximilian Thalhammer Tim Danhof. Thore Jacobsen verwandelte den Elfmeter sicher (43.). Beim zweiten Gegentor verlor Torhüter Jan-Christoph Bartels auf dem Flügel den Ball gegen Dickson Abiama, der Patrick Hobsch auflegte (61.). Vor dem 0:3 vertändelte Kelvin Arase den Ball, so dass David Philipp vollendete (83.). „Solche Fehler sind jedem von uns schon einmal passiert“, sagte Samuel Abifade zu den unglücklichen Situationen. Die Mannschaft habe noch alles in der eigenen Hand und „wir werden weiter Gas geben“. „Bei so einem Spielverlauf müssen wir uns mehr wehren und mit voller Überzeugung auf dem Platz stehen. Wir müssen die positiven Dinge mitnehmen und das Spiel schnell abhaken. Wir müssen über 90 Minuten eine Top-Leistung zeigen wie bis zum Elfmeter gegen München“, sagte Glawogger nach seiner verpatzten Premiere.
Neuer Trainer, neues taktisches System
Neben den zahlreichen Wechseln in der Startaufstellung hatte der 35-jährige Österreicher auch am System gefeilt: Waldhof agierte in der Abwehr mit einer Dreier-Kette und auf den Flügeln mit Sascha Voelcke und Nicklas Shipnoski als Schienenspieler. Felix Lohkemper war angesichts des Fehlens von André Becker bis zu seiner Auswechslung zur Pause weitgehend Alleinunterhalter, auch wenn Abifade recht offensiv agierte.
„Ich will gar nicht über den Verein sprechen. Ich will über unsere Leistung sprechen und darüber, dass wir heute eine Chance verpasst haben, mit einem guten Ergebnis tabellarisch eine gute Ausgangsposition zu haben“, sagte Kapitän Marcel Seegert nach seinem Comeback in der Startelf. Einige Fans hatten nach den enttäuschenden 90 Minuten in der Fankurve gegenüber der Mannschaft deutlich ihren Unmut kundgetan. Er verwies auf „die ekelhafte Situation“, die die „Buwe“ auch schon in der vergangenen Saison hatte, als dem Waldhof der Ligaverbleib erst zum Ende der Saison glückte. „Wir wissen, dass eine riesige Aufgabe ist vor uns steht. Wir müssen alle gemeinsam hart arbeiten und die neuen Ideen vom Trainer umsetzen“, betonte Seegert.
Brutales Restprogramm für den SV Waldhof
Das Restprogramm des Waldhofs hat es in sich: An Ostersonntag geht es zu Hannover 96 II, dann kommt der VfB Stuttgart II. Beides Mannschaften, die auf einem Abstiegsplatz stehen und gegen die Mannheim dringend gewinnen muss. Denn der Abschluss der Runde hat es in sich: Es folgen die Partien gegen die Spitzenteams aus Cottbus, Dresden und Bielefeld.