Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Heidelberger Halle SNP Dome dient nicht nur Profisportlern

Der SNP Dome steht im Heidelberger Stadtteil Kirchheim. Auto- und Radfahrer können ihn kaum übersehen. Die Halle steht auf einem
Der SNP Dome steht im Heidelberger Stadtteil Kirchheim. Auto- und Radfahrer können ihn kaum übersehen. Die Halle steht auf einem Gelände von rund 11.000 Quadratmetern.

Es ist vielleicht nicht die passende Zeit, um eine 5000 Zuschauer fassende Großsporthalle zu eröffnen. Doch der sportliche Betrieb im SNP Dome in Heidelberg ist bereits gestartet. Am Dienstagabend spielen dort zum ersten Mal die Rhein-Neckar Löwen.

Seit Anfang März prangt das Logo an der Wand. Noch immer dröhnen Baumaschinen. Der SNP Dome, eine Mehrzweckhalle im Stadtteil Kirchheim, ist fertig. Zumindest so weit, dass der Profisport dort bereits starten konnte. Der SNP Dome dient den Basketballern der MLP Academics Heidelberg als Spielstätte, auch das Handball-Team der Rhein-Neckar Löwen will ihn künftig nutzen – und zwar für Partien im DHB-Pokal und für internationale Spiele. Die Namensrechte für das Bauwerk hat sich das Heidelberger Softwareunternehmen SNP gesichert – für zehn Jahre.

„Die Sicht ist natürlich super in dieser Halle“, sagt Holger Schweikardt vom Betreibermanagement. Seine Stimme erfüllt das leere Gebäude. „Über viele Hallen sagt man: Vom Oberrang aus sieht man nichts. Das ist hier ganz anders.“ Der SNP Dome fasst 5000 Zuschauer. Diese Kapazität kann allerdings nicht immer voll genutzt werden: Handballspielen können nur rund 4150 Menschen beiwohnen. „Das liegt an den Teleskoptribünen, davon gibt es insgesamt vier Stück: Je nach Szenario muss die Halle angepasst werden“, erklärt Schweikardt. Das Handballfeld sei größer als das Basketballfeld, und es müsse immer ein gewisser Abstand zwischen Tribüne und Außenlinie gegeben sein. „Und das erreichen wir, indem Tribünen eingezogen werden.“

Beweggrund für den Bau: Schul- und Vereinssport

Schweikardt gehört zur Bau- und Servicegesellschaft (BSG), eine Tochterfirma der städtischen Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz Heidelberg (GGH). Die BSG arbeitet seit 2013 an der Vorbereitung und Planung des SNP Dome mit. 2017 wurde der Bau der Halle vom Heidelberger Gemeinderat beschlossen – Kosten: 28 Millionen Euro. „Da liegen wir auch gut drin“, sagt Schweikardt.

Neben den Profis der Hand- und Basketballer soll die Großsporthalle vor allem dem Vereins- und Schulsport dienen – und das an 260 Tagen im Jahr. Laut Schweikardt ist das Projekt hauptsächlich wegen dieser Zielgruppe realisiert worden.

Nicht nur die Tribünen in dem Hallenneubau sind wandlungsfähig, auch der Boden ist es: Am Montag wurde der Gummiboden für das heutige Handballspiel der Rhein-Neckar Löwen in der K.o.-Phase der European League gegen RK Nexe Nasice (18.45 Uhr) verlegt. Die Basketballer spielen im Moment noch auf dem Boden, den auch Schulen und Vereine nutzen, sollen aber nächstes Jahr auch ihren eigenen Profiboden bekommen.

„Für das Verlegen des Handballbodens werden gut vier bis fünf Stunden gebraucht“, sagt Schweikardt. Im Detail sehe der Prozess so aus: Zunächst müsse der Boden ausgelegt und dann eine Weile in Ruhe gelassen werden, damit sich durch die Wärme in der Halle die Fugen schließen. Erst nach dieser Ruhephase werde der Handballboden richtig verklebt.

Zwölf Eingänge für Corona-Konformität

Für andere Veranstaltungen, etwa Konzerte, muss der Untergrund in der Halle natürlich auch extra angepasst werden: Dafür gibt es dann einen Eventboden. Doch bis das volle Potenzial des SNP Dome ausgeschöpft werden kann, wird noch einige Zeit vergehen, befürchtet Schweikardt. „Wir haben Glück, dass es hier zwölf Eingänge gibt“, sagt er. „Wenn also mal wieder Zuschauer zugelassen werden, müssen diese sich nicht so arg begegnen.“ Und sollte es zu Zwischenfällen kommen, kann auf den Vorplatz des Gebäudes evakuiert werden. Dort entsteht zurzeit noch eine Art Parkanlage, die aber nicht nur schön aussehen, sondern auch als Sammelstelle herhalten soll. Das Parkhaus mit zirka 680 Plätzen für Autos und 700 für Fahrräder wird laut Plan Mitte dieses Jahres fertig. Annehmlichkeiten wie einen Businessclub, einen Loungebereich und Logenplätze bietet der SNP Dome auch. In insgesamt sechs Logen können jeweils 15 Personen Platz nehmen.

Die Halle ist rund 13, 5 Meter hoch. Unser Foto zeigt die Perspektive vom Oberrang.
Die Halle ist rund 13, 5 Meter hoch. Unser Foto zeigt die Perspektive vom Oberrang.
Neben zwei Profi-Umkleidekabinen (Foto: Gästekabine) gibt es noch vier für den Breitensport.
Neben zwei Profi-Umkleidekabinen (Foto: Gästekabine) gibt es noch vier für den Breitensport.
Der Profisport im SNP Dome ist bereits gestartet. Bis wieder Zuschauer in die Halle dürfen, könnte es allerdings noch dauern.
Der Profisport im SNP Dome ist bereits gestartet. Bis wieder Zuschauer in die Halle dürfen, könnte es allerdings noch dauern.
Der Bau des SNP Dome wurde im Jahr 2017 vom Heidelberger Gemeinderat beschlossen – mit einem finanziellen Umfang von 28 Millione
Der Bau des SNP Dome wurde im Jahr 2017 vom Heidelberger Gemeinderat beschlossen – mit einem finanziellen Umfang von 28 Millionen Euro.
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