Handball
Nationalmannschaft muss Lehrgeld zahlen
Bundestrainer Alfred Gislason war vor allem mit dem Fehlstart nach der Pause unzufrieden. Schweden markierte sechs Tore in Folge. „Da haben wir den Kopf, da haben wir die Linie verloren. Die Niederlage ist ein Dämpfer. Wir mussten Lehrgeld bezahlen“, sagte der Coach. Vielleicht wähnte er seine Mannschaft in der Entwicklung schon weiter.
Mit der Moral der Truppe war er absolut einverstanden. Gislasons Spieler entdeckten in der Schlussphase ihr Kämpferherz und stemmten sich gegen die drohende Abreibung, am Ende hieß es 33:37. „Das Spiel hat gezeigt, woran wir noch arbeiten müssen“, meinte Johannes Golla, der Kapitän, der überragende Spieler der deutschen Mannschaft mit am Ende zwölf Toren. Und das als Kreisläufer! Immer wieder gut ins Szene gesetzt wurde er von Juri Knorr, dem Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen.
Ganz klar zu viele Gegentore
Nun, woran muss die Mannschaft arbeiten, wenn wir mal die Aussage von Johannes Golla aufnehmen? 37 Gegentore sind natürlich zu viel, und das, obwohl die Torhüter Andreas Wolff und Till Klimpke gut hielten. Der Innenblock mit Johannes Golla ist noch nicht der Innenblock vergangenen Tage mit den verschworenen Haudegen Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek. Und wenn dann der eingespielte schwedische Rückraum mit Jonathan Carlsbogard, Jim Gottfridsson und Albin Lagergren kommt …
Wichtig ist vor allem, dass es in Phasen, in denen es nicht so gut läuft, ein Spieler das Heft in die Hand nimmt. Wer könnte das sein? Juri Knorr, ja, vom großen Talent auf dem Weg zum klasse Regisseur, und auch der routinierte Berliner Paul Drux, der im halblinken Rückraum den besten Eindruck der drei Kandidaten machte, auffälliger war als Julian Köster und Philipp Weber. Julius Kühn, wenn er denn nach seinem Knöchelbruch fit wird bis Januar, wäre sicherlich eine wertvolle Hilfe. Genauso wie halbrechts Fabian Wiede von den Füchsen Berlin, der sich im Training verletzte. „Das sind genau die Spiele, die wir brauchen“, meinte auch Drux. Der 27-Jährige reiste nun aber ab, der Rückraumspieler von den Füchsen erwartet mit seiner Frau zum ersten Mal Nachwuchs.
Nächste Aufgabe schon am Samstag
„Das war nicht unser bestes Spiel. Wir haben einige Punkte gesehen, die wir besser machen müssen. Die vielen technischen Fehler dürfen wir gegen Spanien nicht machen“, sagte Kai Häfner. Im EHF Euro Cup wartet am Samstag (20.15 Uhr) in Jaen Spanien.
Zufrieden mit seinem Comeback in seinem zweiten Wohnzimmer war Patrick Groetzki, der nach der Pause auf sich aufmerksam machte. „Ich habe in der zweiten Halbzeit zur Aufholjagd beitragen können. Insgesamt haben wir zu viele Fehler gemacht und die Schweden zu Toren eingeladen“, meinte der Rechtsaußen der Löwen.
Bei der WM trifft die deutsche Mannschaft in Kattowitz auf Katar (13. Januar), Serbien (15. Januar) und Algerien (17. Januar). Bei der Europameisterschaft im Januar landete die deutsche Mannschaft auf dem siebten Platz.