Eishockey
Nach dem Sieg der Adler gibt es Pfiffe und Lob
Nein, sonderlich zufrieden wirkten die nach offizieller Lesart 6788 Zuschauer in der SAP-Arena auch nach dem glücklichen Ende im Penaltyschießen nicht. Einige hatten die Halle sogar schon vorab verlassen. Trotz des Sieges waren sogar vereinzelt Pfiffe zu hören. Beleg dafür, dass Ergebnis und Erlebnis offensichtlich auseinanderklafften. Die beiden Trainer, Tom Pokel für Straubing und Stewart auf Seiten der Adler, geizten hingegen nicht mit Lob. „Wir haben heute ein Play-off-Spiel gesehen“, ordnete Pokel die Begegnung ein, während sich sein Mannheimer Kollege sicher war: „Es war ein tolles Eishockeyspiel. Die Zuschauer haben etwas für ihr Geld bekommen.“
Zwei Tore werden aberkannt
Zumindest in nackten Zahlen lagen die beiden Trainer nicht ganz falsch. Beiden Teams wurde nach Videostudium jeweils zu Recht ein Treffer aberkannt. Sowohl der Ex-Mannheimer Cody Lampl (23.), als auch Markus Eisenschmid (28.) hatten lediglich das Torgestänge getroffen, was die beiden Unparteiischen Marian Rohatsch und Gordon Schukies schon auf dem Eis signalisiert hatten. Und dann vergab Borna Rendulic auch noch einen Penalty, der den Mannheimern nach einem Foul an Tim Wohlgemut zugesprochen worden war (30.). Auf dem Eis war also durchaus einiges geboten.
Nachlegen durfte Straubing
Die Gäste lagen zu diesem Zeitpunkt schon mit 2:1 in Führung. „Da haben wir nicht besonders schlau gespielt“, haderte Siegtorschütze Matthias Plachta und meinte damit die Minuten nach dem verdienten Führungstreffer durch Nigel Dawes. Ausgerechnet Tigers-Torhüter Hunter Miska hatte ihm die Scheibe nach dem Schuss von Jordan Szwarz maßgerecht auf die Kelle belegt, und der Routinier bedankte sich höflich mit dem Führungstreffer (8.). Es war die Krönung, aber zugleich auch der Abschluss der guten und dominanten Anfangsphase der Gastgeber, die mit viel Druck aus der Kabine gekommen waren. Nachlegen durfte aber Straubing. JC Lipon nutzte einen kollektiven Defensivaussetzer der Adler zum Ausgleich, und nur 13 Sekunden später schliefen die Adler noch immer, Trent Bourque traf nahezu unbedrängt (13.).
Freitag geht es nach Berlin
Diesem Rückstand liefen die Mannheimer lange hinterher. Wenn sie doch einmal bis vor das gegnerische Tor gekommen waren, hieß der Sieger jeweils Miska. Nur beim Ausgleichstreffer wirkten die Straubinger nicht ganz auf der Höhe. Vielleicht waren sie aber auch einfach nur von der individuellen Klasse von Matt Donovan überrascht, der unwiderstehlich loszog und sein Solo trocken vollendete (50.).
Am Freitag (19.30 Uhr) sind die Adler schon wieder gefordert – die Mannheimer gastieren beim deutschen Meister Eisbären Berlin.