Tennis
Nach dem „Schützenfest“ geht’s für Sinja Kraus direkt nach Paris
„Die Stimmung ist sehr positiv. Das hat allen Spaß gemacht“, sagte BASF-Cheftrainer Steffen Neutert, nachdem mit Sarah Müller und Charlotte Keitel auch das letzte Doppel noch an die Gastgeberinnen gegangen war. Bestes Wetter, viele Zuschauer und ein makelloser Heimerfolg – von Seiten der Gastgeber gab es tatsächlich kaum einen Grund für Kritik. Zumal Spitzenspielerin Sinja Kraus eben so wenig ihren besten Tag erwischt hatte, wie Dasha Ivanova auf Punkt drei. „Und trotzdem haben sich beide durchgebissen und ihr Match trotzdem gewonnen“, lobte Neutert.
Ivanova ließ nach einem souveränen ersten Satz gegen Alexandra Lutz nach, hatte aber beim 5:7 schon ihre Chancen, siegte dann mit 10:4 im Matchtiebreak. Sinja Kraus siegte gegen die Tschechin Denisa Satralova mit 10:5 ebenfalls im Matchtiebreak, hatte zwar ebenfalls einen guten Start, ließ im zweiten Durchgang dann aber spürbar nach. Livia Kraus machte es fast in Sichtweite der kleinen Schwester deutlich besser, gewann gegen Kim Teckenberg sicher mit 6:3, 6:1 und konnte zum Daumendrücken dann auch noch auf die Tribüne zu Sinja wechseln.
Spitzenspielerin hofft auf Hauptfeldplatz in Paris
Die stand kurzfristig im Aufgebot, machte damit den gesamten Kader gleich noch ein bisschen stärker. Gegen Vaihingen-Rohr wird sie am Samstag allerdings nicht zur Verfügung stehen, machte sich praktisch direkt nach dem Match auf nach Paris, wo sie sich als Nummer 151 der Welt auf die Qualifikationsrunde der French Open vorbereiten wird. Trainer Neutert wird ihr nach dem Wochenende folgen. Er ist gegen Vaihingen-Rohr noch einmal gefordert. „Da erwarte ich ein enges Spiel, dass wohl erst in den Doppeln entschieden wird“, prognostizierte er. Auch deshalb erhielten Sarah Müller und Charlotte Keitel eine Bewährungschance: „Damit haben wir am Samstag in den Doppeln eine weitere Option.“
Dass die BASF-Trainerriege vor den Doppeln ein wenig experimentieren konnten, lag unter anderem an Anna Linn Puls. Die 16-Jährige aus Bonn hatte an Punkt sechs ihre erste Bewährungschance in einem Bundesliga-Einzel erhalten und zahlte dieses Vertrauen mit einer bärenstarken Leistung zurück. Ihr 6:2, 6:2 gegen die zehn Jahre ältere Felicitas Runkel war eines der attraktivsten Matches des Tages, weil beide Spielerinnen sehr druckvoll agierten und wenige Punkte durch Fehler, aber viele durch direkte Punkte erspielt wurden.
Die Jüngste überrascht – oder doch nicht?
Für Neutert kam die Leistung nicht überraschend: „Anna Linn hat gerade in den letzten drei, vier Wochen eine sehr gute Entwicklung genommen.“ Unter anderem der entscheidende Doppelsieg in der Vorwoche gegen München habe offensichtlich für reichlich Selbstvertrauen gesorgt. „Es war ein tolles Erlebnis“, freute sich auch die 16-Jährige über ihre gelungene Einzelpremiere, war nicht nur mit ihrem Match zufrieden, sondern hat in dieser Saison noch Ziele: „Mit der Mannschaft will ich in die erste Liga aufsteigen, und im Einzel versuche ich mich für die Junior-Grand-Slams zu qualifizieren.“