Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Coup: Löwen freuen sich auf das Viertelfinale gegen Eisenach

Die Löwen feiern. Von links: Jon Lindenchrone, Tim Nothdurft, Sebastian Heymann und Olle Forsell Schefvert.
Die Löwen feiern. Von links: Jon Lindenchrone, Tim Nothdurft, Sebastian Heymann und Olle Forsell Schefvert.

Nach der großartigen Leistung im DHB-Pokal-Achtelfinale gegen die Füchse Berlin, nach dem 30:29-Coup, wurden die Löwen mit einem Heimspiel belohnt. Und plötzlich ist das Final Four in Köln gar nicht mehr so weit weg.

Die Feierlichkeiten im ausverkauften SNP-Dome in Heidelberg waren gerade abgeklungen, da stand gegen 22 Uhr ja noch ein Tagesordnungspunkt an: die Auslosung der nächsten Runde. Als die Kugel mit den Löwen gezogen wurde, brandete wieder Jubel auf – es war ein Heimspiel. Als der Gegner ThSV Eisenach ans Tageslicht kam, war die Stimmung auf der Tribüne weniger euphorisch.

Der ThSV Eisenach ist der Angstgegner der Löwen. In drei Vergleichen seit dem Aufstieg der Thüringer vor einem Jahr gab es drei Niederlagen, erst kürzlich wieder war das vor der Länderspielpause der Fall. Um das Ticket für das Final Four in Köln Mitte April zu lösen, müssen die Löwen also am 18./19. Dezember dem Angstgegner das Fürchten lehren. „Ich freue mich. Das letzte Spiel habe ich nicht mitgemacht. Davor haben wir zweimal bitter verloren. Es ist ein Spiel, das eigentlich Spaß macht. Es ist ein ganz anderes Handballspiel. Ich glaube eigentlich, dass uns das liegt. Wir müssen sie jetzt mal schlagen“, sagte Juri Knorr mit Blick auf die offensive Abwehr der Eisenacher. Nach seinem auskurierten Daumenbruch kam der Regisseur erstmals wieder zum Einsatz. „Wir haben Berlin den Zahn gezogen und am Ende auch verdient gewonnen“, unterstrich er.

Endlich ein Sieg gegen die Füchse

Nach sieben Niederlagen in Serie gegen die Berliner wendeten die Löwen die nächste Niederlage ab. Das Team lag nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit schon wieder 10:16 hinten. Doch die Mannschaft glaubte an sich, sie steigerte sich, sie wollte partout ins Viertelfinale.

Sebastian Heymann lebte diesen Siegeswillen vor. Mit unbändigem Kampfgeist ging der Halblinke und Abwehrinnenblockspieler voran. Kurz vor Schluss war er an einer der Szenen des Spiels beteiligt, als er bei einem Konter zurück spurtete und Mathias Gidsel noch abfing und am Wurf hinderte. Sebastian Heymann – eine Legende der Leidenschaft. „Wir standen heute kompakt, genau das, was wir uns vorgenommen hatten. Das hatten wir in den letzten Wochen nicht geschafft. Das hat nun gepasst. Unfassbar, wie die Füchse vorgelegt haben, aber wir haben nicht aufgesteckt“, sagte er. Heymann: „Das war genau die Energie, die wir in den ersten Wochen der Saison auf die Platte gebracht haben.“ Und nach einem kleinen Tief waren auch die beiden Löwen-Torhüter wieder ein Faktor. Mikael Appelgren begann, hielt stark, David Späth parierte in acht Minuten fünf Bälle, dabei entschärfte er auch den letzten Wurf von Mathias Gidsel. Morgen geht es in der Liga beim Aufsteiger 1. VfL Potsdam weiter. War das der Beginn einer Serie?

Im Pokal fühlen sich die Löwen wohl

Die Löwen und die Pokalwettbewerbe, das ist ein ganz besonderes Kapitel, da fühlen sie sich wohl. Im April vor einem Jahr wurde die Mannschaft in Köln Pokalsieger, in diesem Jahr schaffte sie es immerhin bis in Final Four der European League, obgleich die Leistungen in der Bundesliga sehr schwankend waren.

Trainer Sebastian Hinze, der in Vertragsgesprächen mit den Löwen ist, sammelte mit dem Erfolg gegen die Füchse sicherlich Pluspunkte.

Zur Sache

Pokal-Viertelfinale: MT Melsungen - SG Flensburg-Handewitt, Rhein-Neckar Löwen - ThSV Eisenach, HSC 2000 Coburg - HBW Balingen-Weilstetten (als reines Zweitliga-Duell), THW Kiel - VfL Gummersbach
Halbfinale: 12. April 2025
Spiel um Platz 3 und Finale: 13. April 2025

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