Radsport RHEINPFALZ Plus Artikel Maximilian Schachmann schafft es aus dem Tief und wird deutscher Meister

Holte den Titel: Maximilian Schachmann.
Holte den Titel: Maximilian Schachmann.

Wunderbar reibungsloser und begeisternder Auftakt der dreitägigen deutschen Straßenrad-Meisterschaften im Landkreis Kaiserslautern.

Der zweimalige Paris-Nizza-Sieger Maximilian Schachmann ist neuer deutscher Meister im Einzelzeitfahren. Der 31 Jahre alte Berliner siegte in 27:47 Minuten vor Miguel Heidemann (Rembe, 17 Sekunden zurück) und Lennard Kämna (Lidl-Trek, 25 Sekunden zurück). „Es ist was ganz Besonderes heute, ich war zweimal deutscher Straßenmeister, das Zeitfahren fehlte mir noch“, sagte Schachmann im Trikot von Soudal-QuickStep, schäumte vor Freude über und ließ sich von seinem Fanclub feiern. Er hatte sich seit der Dauphiné-Rundfahrt nicht gut gefühlt, war mental ganz unten, aber auf dem „unrhythmischen Kurs“ mit Start und Ziel in Ramstein holte er sich aus dem Tief.

Asphalt bedürftig

„Der Asphalt war bedürftig, aber nicht gefährlich, man durfte nur nicht mit dem Kopf nach unten fahren, musste sich seinen Weg suchen“, beschrieb er den glänzend abgesperrten Kurs, der von vielen hundert Zuschauern gesäumt war. Das Podium überraschend verfehlt hat Nils Politt (UAE Emirates), der noch am Morgen als Edelhelfer von Tadej Pogacar für die Tour nominiert worden war.

In der Frauenklasse feierte die frühere Skibergsteigerin Antonia Niedermaier (Team Canyon/Sram) in 31:13 Minuten für die 21,5 Kilometer einen eindeutigen Favoritensieg mit 1:12 Minuten Vorsprung auf Bahn-Olympiasiegerin Franziska Brauße und vor Liane Lippert (1:42 Minuten zurück). Die zweimalige U23-Weltmeisterin im Kampf gegen die Uhr aus Rosenheim ließ ihrer Begeisterung freien Lauf: „Ich freue mich total, weil diese halbe Stunde auf einem für mich idealen Rauf-runter-links-rechts-Kurs eine super Bestätigung für meine Form ist. Es war ein perfektes Rennen. Ich komme gerade aus der Höhe, fühle mich richtig gut vorbereitet und nehme ganz viel Selbstbewusstsein mit in den Giro.“

Siegerin Antonia Niedermaier (Mitte), flankiert von der Zweiten Franziska Brauße (links) und Liane Lippert (rechts).
Siegerin Antonia Niedermaier (Mitte), flankiert von der Zweiten Franziska Brauße (links) und Liane Lippert (rechts).

Der Giro d’Italia Donne beginnt kommenden Samstag in Bergamo und endet nach einer Woche in Imola. Den fährt auch Liane Lippert (27, Team Movistar) aus Friedrichshafen mit, die Drittplatzierte, die eingestand, dass der Freitag nicht ihr bester Tag war: „Wenn ich auf die Wattzahlen schaute, war mir schon klar, dass ich gerne mehr machen würde, ich habe auch alles rausgehauen, aber es ging nicht mehr.“ Für sie zählt das Straßenrennen am Samstag mit Start (14.35 Uh) und Ziel in Linden sehr viel mehr. Zwischen Niedermaier und Lippert schob sich eine Bahnspezialistin, die ihre erste DM-Medaille auf der Straße in der Eliteklasse feierte: Franziska Brauße (Ceratizit Pro Cycling), Olympiasiegerin und Weltmeisterin. „Ein sehr harter Kurs. Ich habe zuletzt ein bisschen Gewicht verloren und kam so viel besser über die kleinen Wellen, die richtig weh taten und an denen uns, wie auch in der Ortschaften, die vielen Leute richtig anschrien und motivierten“, sagte die 26-Jährige, die ab Mittwoch bei den deutschen Bahnmeisterschaften in Dudenhofen startet.

Genau wie Hannah Kunz aus Baumholder, die Bronze in 34:27 Minuten in der U23-Klasse gewann. „Ich kannte den Kurs, wusste, was auf mich zukommt. Er war schwer mit den vielen technischen Passagen und den Schlaglöchern“, sagte die 20-Jährige, deren jüngster Fans, die ein Jahr alte Schwester Charlotte auf dem Rücken der Mama den Start und das Rennen verfolgte. Es siegte Titelverteidigerin Justyna Czapla (Canyon/Sram, 32:38) vor Linda Riedmann (Visma, 33:41). Vierte wurde Messane Bräutigam (1:57 zurück). Joelle Messemer und Jule Märkl (Canyon/Sram) belegte die Plätze acht und zehn.

Mehr zum Thema
x