FUSSBALL
Mainzer Serie reißt nach Klassenverbleib – BVB in der Champions League
Hat Bo Svensson tatsächlich einen ausgegeben? Als die Spieler des FSV um 16.45 Uhr an der Arena dem Bus entstiegen, beklatscht und besungen von Hunderten Anhängern, die sich über den Klassenverbleib freuten, wirkten sie nicht eben so, als hätten sie eine durchzechte Nacht hinter sich. Das wäre auch reichlich unprofessionell gewesen und hätte so gar nicht dem Geist entsprochen, der sich seit Anfang Januar entwickelt hat. Auch wenn ein Video vom Vortag auf dem Twitterkanal des Klubs mit singenden und tanzenden Kickern samt Übungsleiter in der Mitte des Gegenteil orakelt haben mag (Songtext: „Svensson gibt ein’n aus, dieser Idiot“) – der FSV torkelte nicht. Zunächst nicht.
Der Flachs blüht bei erleichterten Mainzern
Natürlich blühte der Flachs, zum Beispiel darüber, dass Stammtorhüter Robin Zentner ob einer Bauchmuskelblessur kurzfristig passen musste. Am Glase verhoben? Ein dreifach donnerndes ... Durch Zentners Ausfall kam Finn Dahmen zu seinem zweiten Bundesligaspiel. Die Premiere hatte ihm am 3. Januar fünf Gegentore in München beschert. Auch gestern hatte der 23-Jährige wenig Grund zum Wohlbehagen. Schon bei Halbzeit lag der FSV 0:2 zurück, ohne dass Dahmen sich hätte auszeichnen können. Raphael Guerreiro markierte in der 23. Minute die Dortmunder Führung, Marco Reus erhöhte (42.). Beide Tore legte Jadon Sancho auf. Wie schon in Frankfurt ließen die „Nullfünfer“ den Gegner das Spiel diktieren, diesmal aber, ohne eigene Akzente zu setzen.
Vereinsrekord für Robin Quaison
Blitz, Donner, Platzregen und dadurch bedingt eine doppelt so lange Halbzeit setzten den FSV unter Strom. Binnen zehn Minuten kam der nun giftigere Gastgeber zu fünf Abschlüssen. Der von der linken auf die rechte Seite gewechselte Daniel Brosinski und Kapitän Danny Latza, der Borussen-Schlussmann Roman Bürki in der 64. Minute prüfte, wirkten als Aktivposten. Auf Zuspiel des sonst blassen Erling Haaland entschied Julian Brandt mit dem 0:3 die Partie (80.). Per Elfmeter gelang Robin Quaison in der Nachspielzeit das Ehrentor. Sein 30. FSV-Bundesligatreffer. Vereinsrekord.
Die schon abgeschriebene Borussia bejubelte den sechsten Ligasieg in Folge. Stolz sagte Kapitän Marco Reus: „Wenn man an etwas glaubt im Leben, kann man vieles, vieles erreichen.“
So spielten sie
FSV Mainz 05: Dahmen - St. Juste, Hack, Niakhaté - da Costa (46. Fernandes), Barreiro, Brosinski - Latza (84. Kohr), Boetius (72. Stöger) - Glatzel (46. Quaison), Onisiwo (72. Szalai)
Borussia Dortmund: Bürki - Meunier, Akanji, Hummels, Guerreiro (84. Schulz) - Dahoud - Reyna (76. Brandt), Bellingham (87. Delaney), Reus (84. Hazard), Sancho (84. Reinier) - Haaland
Tore: 0:1 Guerreiro (23.), 0:2 Reus (42.), 0:3 Brandt (80.), 1:3 Quaison (90.+1, Handelfmeter) - Beste Spieler: Brosinski, Onisiwo - Reus, Hummels, Sancho - Schiedsrichter: Osmers (Hannover).